de fr it

Johann ConradFreyenmuth

Lithografie eines unbekannten Künstlers, als Todesanzeige dem Thurgauischen Neujahrsblatt des Jahres 1845 beigelegt (Schweizerische Nationalbibliothek).
Lithografie eines unbekannten Künstlers, als Todesanzeige dem Thurgauischen Neujahrsblatt des Jahres 1845 beigelegt (Schweizerische Nationalbibliothek). […]

23.11.1775 Wigoltingen, 15.4.1843 Frauenfeld, ref., von Wigoltingen und (1807 ehrenhalber) Frauenfeld. Sohn des Hans Martin, Landwirts. 1806 Barbara Elisabeth Welti, Tochter des Johann Jakob, Zurzacher Ratsherrn. 1791-93 Berufslehre als Chirurg in Hüntwangen, 1794-95 Stud. am medizinisch-chirurg. Institut Zürich, 1795-97 Fortbildung in Paris. 1797-1804 Arzt in Wigoltingen. 1798-99 Suppleant der thurg. Verwaltungskammer und Sekr. der Liquidationskommission für die Zehnten und Grundzinsen, 1799-1803 kant. Obereinnehmer, 1801-03 Mitglied der Sanitätskommission, 1803 Sekr. des Appellationsgerichts. 1803-31 und 1834-43 Thurgauer Kantonsrat. Als Regierungsrat (1804-33) und als Staatskassier (1833-43) erwarb sich F. Verdienste um den Auf- und Ausbau einer modernen Staatsfinanzierung, die Planung und den Bau eines kant. Strassennetzes, die Gründung der kant. Gebäudeversicherung (1806) und die Durchsetzung eines professionalisierten Medizinalwesens im neuen Kt. Thurgau. Als einer der Hauptvertreter der Mediationszeit stand er der Restauration kritisch gegenüber; trotzdem lehnte er 1831 die Regenerationsverfassung ab, weil sie die Trennung von Exekutive und Legislative durchsetzte, die administrative Justiz aufhob und einen Teil der indirekten Abgaben abschaffte. Als anwendungsorientierter Universalgelehrter, der Reisen nach München, Paris, London, in die Niederlande und die Schweizer Alpen unternommen hatte, beschäftigte er sich mit naturwissenschaftl., medizin. sowie land- und volkswirtschaftl. Studien und Versuchen. Er war Mitbegründer und Mitglied zahlreicher gemeinnütziger und wissenschaftl. Gesellschaften. 1810-12 betrieb er das landwirtschaftl. Versuchsgut Römerstrasse in Felben und war Mitbegründer der Walzmühle Frauenfeld. 1832 nahm er Einsitz im Schiedsgericht über die Ausscheidung von Stadt- und Staatsvermögen in Schaffhausen, 1836 in der Expertenkommission über die Einführung einer eidg. Münzordnung. 1823-29 war F. Kassierer, 1829-43 Präs. der Verwaltungskomm. der Thurg. Ersparniskasse.

Quellen und Literatur

  • Nachlässe in: KBTG, StATG
  • Thurgauer Ztg., 25.4.1843
  • J.A. Pupikofer, «Lebensabriss des Regierungsrathes und Staatskassiers Johann Conrad F.», in Thurg. Njbl. 1845
  • G. Amstein, Die Gesch. von Wigoltingen, 1892, 367-375
Weblinks
Normdateien
GND
VIAF
Kurzinformationen
Lebensdaten ∗︎ 23.11.1775 ✝︎ 15.4.1843