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DietrichSchindler

28.11.1795 Mollis (heute Gemeinde Glarus Nord), 2.4.1882 Wiesbaden, reformiert, von Mollis. Sohn des Samuel (->) und der Barbara Schmid. 1826 Maria Georgia Schindler, Tochter des Kaspar (->). Ausbildung am Institut Fellenberg in Hofwil, 1816-1820 Rechtsstudium in Heidelberg, Bonn und Berlin, kaufmännische Lehre in Triest. Dietrich Schindler war Associé der Firma Jenny & Schindler in Hard bei Bregenz. 1821 wurde er Glarner Ratsherr, 1824 Pannervortrager, 1826 Zeugherr und 1834 Landesfähnrich, nach 1822 Mitglied des evangelischen Appellationsgerichts (1835 Präsident) sowie 1834 und 1838 Tagsatzungsgesandter. Schindler förderte die Schulreform (1827 Präsident des evangelischen, 1837-1841 des paritätischen Schulrats) und erarbeitete eine Anleitung für Lehrer. Er setzte sich für den Ausbau des Strassenwesens ein, unter anderem initiierte er die Kerenzerbergstrasse. Ab 1831 verfocht Schindler liberale Postulate, 1832 befürwortete er die Revision der Bundesakte. Als Mitglied des kantonalen Verfassungsrats von 1836 war er massgeblich an der Ausarbeitung der Glarner Verfassung beteiligt, welche die Aufhebung der konfessionellen Landesteilung brachte. Insbesondere die Ausführungsgesetze stammten von ihm. Als Führer der Reformpartei 1837 zum Landammann gewählt, konnte Schindler den Widerstand der Katholiken erst durch die militärische Besetzung von Näfels brechen. Von den Radikalen, die ihm Nachgiebigkeit gegenüber der katholischen Geistlichkeit vorwarfen, wurde er zunehmend angefeindet. 1840 liess er sich überreden, das Statthalteramt zu übernehmen. Ein Jahr später trat er von allen Ämtern zurück und übersiedelte 1842 nach Zürich. Dietrich Schindler verhalf dem Liberalismus im Kanton Glarus zum Durchbruch. Er vertrat eine gemässigte Richtung, die den Ausgleich mit der katholischen Minderheit suchte.

Quellen und Literatur

  • J. Winteler, Landammann Dietrich Schindler, seine Vorfahren und Nachkommen, 1932
  • F. Stucki, «Landammann Dietrich Schindler», in Grosse Glarner, hg. von F. Stucki, H. Thürer, 1986, 129-140
  • H.R. Stauffacher, «Umkehrung des "Züriputsches" im Glarnerland», in Züriputsch, 1989, 143-153
  • H.R. Stauffacher, «Der Glarner Landammann Dietrich Schindler 1795-1882», in JbGL 74, 1993, 11-39
Weblinks
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Kurzinformationen
Familiäre Zugehörigkeit
Lebensdaten ∗︎ 28.11.1795 ✝︎ 2.4.1882

Zitiervorschlag

Veronika Feller-Vest: "Schindler, Dietrich", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 08.08.2011. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/005367/2011-08-08/, konsultiert am 25.06.2024.