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Johann RudolfDolder

Johann Rudolf Dolder als Mitglied des Direktoriums der Helvetischen Republik. Radierung von Heinrich Pfenninger, 1799 (Staatsarchiv Aargau, Aarau, Grafische Sammlung).
Johann Rudolf Dolder als Mitglied des Direktoriums der Helvetischen Republik. Radierung von Heinrich Pfenninger, 1799 (Staatsarchiv Aargau, Aarau, Grafische Sammlung).

17.10.1753 Meilen, 17.2.1807 Aarau, ref., von Meilen, Möriken, Stein (AG) und Laufenburg. Sohn armer Bauern. frühere Gattin eines Geschäftsteilhabers. Volksschule. Aus der Lehre in einem Zürcher Handelshaus wurde D. wegen unerlaubter Beteiligung an einer Färberei aus Zürich weggewiesen. 1775 baute er in Wildegg eine kleine Indiennedruckerei auf, die 1781 von Christian Friedrich Laué übernommen und erweitert wurde. Bis mind. 1793, evtl. bis 1796 blieb D. Geschäftsführer. In dieser Funktion war er u.a. Geschäftspartner von Johann Heinrich Pestalozzi und vertrat 1790 dessen Sohn bei der Übergabe des Neuhofs. Auf einer Reise nach Frankreich von revolutionären Ideen fasziniert, zudem finanziell in schlechter Lage, agitierte D. kurz vor 1798 für die Revolution und wechselte in die Politik. Dank gutem Kontakt zu den franz. Repräsentanten wurde er 1798 helvet. Senator, 1799 Mitglied des Direktoriums und 1802 Landammann der Helvet. Republik. D. war durch und durch Parteigänger Frankreichs. Kein Idealist, vielmehr Karrierist und Opportunist, stand er in scharfem Gegensatz zu den Intellektuellen. Philipp Albert Stapfer bezeichnete ihn als "geist-, talent- und charakterlos", Albrecht Rengger war sein grösster Gegner. 1803 ernannte Napoleon I. D. zum Präs. der Regierungskomm. des neuen Kt. Aargau, welche die Mediationsverfassung einzuführen hatte. Im Anschluss daran wurde D. 1803-07 Regierungsrat und erster Landammann sowie gleichzeitig erster aarg. Grossratspräs. In dieser Funktion hatte D. wesentl. Anteil an der raschen Organisation des neuen Kantons, insbesondere an der Lösung wichtiger gesetzgeber. oder staatspolit. Fragen wie der Zehnten- und Bodenzinsablösung oder an der Loslösung des Fricktals aus den rechtsrhein. Banden und seiner Integration in den Aargau. Zum Spott seiner Gegner starb D. stark verschuldet.

Quellen und Literatur

  • StAAG, Nachlass
  • T. Müller-Wolfer, «Johann Rudolf D.», in Argovia 65, 1953, 11-19
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Lebensdaten ∗︎ 17.10.1753 ✝︎ 17.2.1807