de fr it

Charles Emmanuel deRivaz

Porträt des Landeshauptmanns Charles Emmanuel de Rivaz. Öl auf Leinwand von Antoine Hecht, 1819 (Abtei Saint-Maurice; Fotografie Jean-Marc Biner).
Porträt des Landeshauptmanns Charles Emmanuel de Rivaz. Öl auf Leinwand von Antoine Hecht, 1819 (Abtei Saint-Maurice; Fotografie Jean-Marc Biner).

20.10.1753 Saint-Gingolph, 19.8.1830 Sitten, katholisch, von Saint-Gingolph. Sohn des Charles Joseph, vereidigten Anwalts des savoyischen Senats, Kastlans von Saint-Gingolph, und der Marie-Julienne de Nucé. Neffe des Pierre de Rivaz. Cousin von Anne Joseph, Isaac und Pierre Emmanuel Jacques de Rivaz. 1776 Marie-Catherine de Nucé, seine Cousine, Tochter des Eugène-Hyacinthe, Postpächters in Saint-Maurice, Schwägerin von Louis Tousard d'Olbec. Collège royal in Thonon, Studium der Rechte, des Lateins und der Naturwissenschaften in Turin, Dr. iur., vereidigter Anwalt des savoyischen Senats. 1790 vermittelte Charles Emmanuel de Rivaz erfolglos zwischen den aufständischen Untertanen in Monthey und den Oberwalliser Zenden und flüchtete für ein paar Monate nach Savoyen. Ab 1791 Kastlan von Saint-Gingolph, wurde er 1798 zum helvetischen Regierungsstatthalter ernannt und als solcher 1802 von General Louis-Marie Turreau de Garambouville bei der Besetzung des Wallis seines Amtes enthoben. 1801, 1805 und 1814 war de Rivaz Gesandter an der eidgenössischen Tagsatzung, 1802-1805 Walliser Staatsrat, 1806 Präsident des Walliser Obergerichts und 1810 Mitglied der Walliser Deputation, die Napoleon Bonaparte nach Paris einberufen hatte, um die Eingliederung des Wallis in Frankreich zu besprechen. 1812-1813 vertrat er unter französischer Herrschaft das Departement Simplon im Corps législatif. 1814 lehnte er das Amt des Vizelandeshauptmanns ab. Im Dezember 1814 erklärten die Unterwalliser Gesandten die Unabhängigkeit vom Oberwallis und ernannten eine Regierung, Commission genannt. Da de Rivaz diese Trennung nicht befürwortete, lehnte er seine Wahl in die Commission ab und überzeugte fast alle Gemeinden des Zenden Saint-Maurice von seiner Meinung. Nachdem die eidgenössische Tagsatzung mit ihrer Intervention die Situation nicht hatte klären können, setzte das Unterwallis seine Unabhängigkeitspolitik im Februar 1815 fort, woraufhin de Rivaz die Wahl in die Commission annahm. Im Mai 1815 war die kantonale Einheit wiederhergestellt und der Walliser Landrat ernannte de Rivaz zum Vizelandeshauptmann. 1817-1819 und 1825-1827 amtierte er als erster französischsprachiger Landeshauptmann, 1823-1825 und 1829-1830 als Staatsrat. 1821-1822 war de Rivaz Gesandter an der eidgenössischen Tagsatzung und 1824 beim sardinischen König, der ihm 1823 einen erblichen Grafentitel verliehen hatte. Als einfühlsamer Literat und Historiker hinterliess de Rivaz zahlreiche Manuskripte. Seine Nachkommen übergaben seine Bibliothek dem Walliser Staatsarchiv. 1805 Ritter des Ordens Karls III. von Spanien, 1811 der Ehrenlegion, 1812 des Ordens La Réunion und 1813 des französischen Kaiserreichs. 1778-1884 Major, 1792 Landeshauptmann der Landvogtei Monthey, 1804 Milizoberst.

Quellen und Literatur

  • Mes souvenirs de Paris, hg. von M. Salamin, 1967 (mit Einführung)
  • Staatsarchiv Wallis, Sitten, Nachlass
  • S. Guzzi-Heeb, Donne, uomini, parentela, 2007, v.a. 139-143
Weblinks
Normdateien
GND
VIAF
Kurzinformationen
Lebensdaten ∗︎ 20.10.1753 ✝︎ 19.8.1830