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KarlSchnell

14.6.1786 Burgdorf, 6.2.1844 vermutlich Suizid in der Aare bei Aarau, ref., von Burgdorf. Sohn des Johannes (->). Cousin des Samuel Ludwig (->). Ledig. Schüler von Johann Heinrich Pestalozzi in Burgdorf und Yverdon. 1806-09 Stud. der Rechte in Heidelberg, Doktorat. 1811 Notar in Burgdorf und Gehilfe seines Bruders Johann Ludwig (->) in der Amtsschreiberei. Nach der vergebl. Bewerbung um eine Rechtsprofessur in Bern wurde S. zum Gegner des Patriziats. 1816 reiste er mit seinem Bruder Johann (->) nach Paris. Im selben Jahr wurde er Regierungssekretär unter Albrecht Rengger in Aarau. Ab 1817 praktizierte S. als Anwalt in Burgdorf, vertrat die Interessen der kleinen Leute und machte seine Praxis zum Mittelpunkt der liberalen Bewegung. Sein Sprachrohr war die "Appenzeller Zeitung", ab 1831 der von ihm gegr. "Berner Volksfreund". Anfang 1831 wurde seine Kanzlei zum Zentrum der Petitionsbewegung, die er durch Forderungen wie die der Volkssouveränität steuerte. Am Volkstag von Münsingen vom 10.1.1831 verlangte er mit Erfolg die Wahl eines Verfassungsrats. 1831-38 war er bern. Grossrat. Gleichzeitig wurde er Oberrichter und Regierungsstatthalter von Burgdorf. Auf eidg. Ebene förderte er die Bundesreform, wirkte bei der Schaffung des Siebnerkonkordats und der Badener Artikel mit und war mehrmals Tagsatzungsgesandter. Unglücklich war seine Vermittlungstätigkeit in den Basler Trennungswirren. 1833-35 war S. als unbestrittener Führer der Liberalen Regierungsrat. 1836 unterdrückte er im Auftrag der Regierung Unruhen im Jura. Ab 1837 war er Zentralpolizeidirektor, im gleichen Jahr wurde er erneut in den Regierungsrat gewählt, trat aber nach seiner Niederlage im Bonaparte-Handel am 25.9.1838 von allen Ämtern zurück. S. diente seiner Heimatstadt noch als Präs. der Gemeindeversammlung, vereinsamte aber zunehmend.

Quellen und Literatur

  • Reisetagebuch Paris, 1816, Ms. (Schlossmuseum Burgdorf)
  • Hüte dich, o Volk, vor den Wölfen im Schafspelz, 1830
  • BBB, FamA Bloesch
  • E. Blösch, Eduard Blösch und Dreissig Jahre Bern. Gesch., 1872
  • H. Sommer, Karl S. von Burgdorf, 1939
  • E. Gruner, Das bern. Patriziat und die Regeneration,1944
  • H. von Greyerz, Nation und Gesch. im bern. Denken, 1953
  • Junker, Bern 2
  • K. Manuel, «Trauerode für Karl S.», in Burgdorfer Jb. 57, 1990, 125-128
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Kurzinformationen
Lebensdaten ≈︎ 14.6.1786 ✝︎ 6.2.1844