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Ludwig vonAffry

8.2.1743 Freiburg, 26.6.1810 Freiburg, katholisch, von Freiburg. Sohn des Ludwig August Augustin (->). Marie-Anne-Constantine de Diesbach-Steinbrugg. Graf. Ludwig von Affry besuchte in Paris das Collège Louis-le-Grand, wurde 1758 Fähnrich der Schweizergarde und 1766 Hauptmann der Kompanie seines Vaters, der ihn auch in die Diplomatie einführte. Ab 1765 gehörte er dem Rat der Sechzig in Freiburg an. Er leitete nach dem Chenaux-Handel 1781-1782 die Versammlungen des Freiburger Adels. 1784 zum Feldmarschall ernannt, wirkte Affry vom Januar 1791 bis April 1792 als Befehlshaber sämtlicher sich im Departement Haut-Rhin befindlichen Truppen Frankreichs. 1798 kam er in den Geheimen Rat von Freiburg, wurde Kommandant der am 23. Januar ausgehobenen Truppen und bemühte sich, der Stadt einen nutzlosen Kampf zu ersparen. Nach dem Fall Freiburgs (2. März 1798) gehörte er der provisorischen Regierung an, bevor er als gemässigter Föderalist gegen die Helvetik Stellung bezog. Seine Bekanntschaft mit Bonaparte, den er 1797 im Beinhaus von Murten empfangen hatte, liess ihn zum Vertreter Freiburgs an der Consulta (1802) werden. Dank Bonaparte wurde Affry 1803 – im Jahr, in dem er auch erstmals Schultheiss von Freiburg wurde – zum ersten Landammann der Schweiz; ein Amt, das er 1809 nochmals ausübte. Zweifellos war Affry, einer der fähigsten Staatsmänner der Mediation, der einzige Landammann von internationalem Format. 1805, 1807 und 1810 verteidigte er als Gesandter in Paris bei Napoleon erfolgreich die Neutralität. Dort erhielt Affry, der auch Kommandeur des St.-Ludwigs-Ordens war, das Band eines Kommandeurs der Ehrenlegion. Zwar sah Frédéric César de la Harpe in ihm bloss einen simplen "Präfekten der Schweiz", doch meisterte Affry dank seiner Erfahrung die politischen Schwierigkeiten des Augenblicks mit Geschick.

Quellen und Literatur

  • StAFR, Fonds d'Affry
  • F. de Diesbach, «Louis d'Affry, Landammann de la Suisse, 1743-1810», in Ann. frib. 41, 1953, 176-207
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Kurzinformationen
Variante(n)
Ludwig August Philippe von Affry (Taufname)
Familiäre Zugehörigkeit
Lebensdaten ∗︎ 8.2.1743 ✝︎ 26.6.1810

Zitiervorschlag

Alain-Jacques Czouz-Tornare: "Affry, Ludwig von", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 12.06.2001, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/005798/2001-06-12/, konsultiert am 02.10.2022.