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EmileSavoy

6.5.1877 Attalens, 26.1.1935 Freiburg, kath., von Attalens. Sohn des Basile, Organisten und Orgelbauers, und der Antoinette geb. Perroud. Gabrielle Pierlot, Belgierin. 1900 Stud. der Rechte sowie der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Freiburg und 1900-04 in Löwen, 1903 Dr. iur., 1910 Dr. rer. pol. Nach seiner Rückkehr nach Freiburg wurde S. 1904 Lehrlingsinspektor, 1905 Richter am Bezirksgericht Saane sowie Oberamtmann des Glanebezirks und 1907 des Bez. Greyerz. 1913-35 amtierte er als konservativer Freiburger Staatsrat und leitete die Polizeidirektion bzw. ab 1916 die Direktion des Innern, der Landwirtschaft, des Handels und der Industrie. 1915 reformierte S. das Gefängniswesen und setzte viele wichtige Gesetze durch, darunter 1919 das Gesetz über den landwirtschaftl. Unterricht. 1915-21 gehörte er dem Gr. Rat an. Seine Parteinahme für Belgien im 1. Weltkrieg setzte ihn polem. Angriffen aus. Während seines Ständeratsmandats, das er 1920-35 ausübte (1927-28 Präs.), befasste er sich vorwiegend mit Fragen der Landwirtschaft. S. war Mitglied des leitenden Ausschusses der Konservativen Volkspartei Freiburgs und der Schweiz. Er betätigte sich hauptsächlich in den kant. Bauernverbänden, für die er 1920 die neue Zeitung "Le paysan fribourgeois" schuf. S. sass in den Führungsorganen des Schweiz. Bauernverbands (1927) sowie internat. Verbänden. Als Anhänger der kath. Soziallehre und des Korporativismus vertrat er die Ansicht, die Landwirtschaft sei das Fundament einer gesunden Wirtschaft. Sein traditionalist. Gesellschafts- und Wirtschaftsideal basierte auf Selbstversorgung und Heimarbeit. Als führende Figur in der Freiburger Regierung nach Georges Python und Jean-Marie Musy verstärkte S. die administrative und polit. Zentralisierung des Kantons. Er verfasste zahlreiche Schriften.

Quellen und Literatur

  • StAFR, Kartei
  • F. Gasser, «1916: l'affaire Emile S.», in Ann. frib. 69, 2007, 71-88
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