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JosephPiller

31.7.1890 Freiburg, 13.2.1954 Freiburg, kath., von Bonnefontaine. Sohn des Pierre-Athanase, kant. Beamten, und der Eugénie geb. Clément. Marie-Anne Wassmer, Tochter des Edouard, Kaufmanns. Kollegium in Freiburg und Einsiedeln, 1913 lic. iur. in Freiburg, Weiterbildung in Paris und München. 1918 Anwaltspatent. 1919 ao. Prof., 1924 o. Prof. an der Univ. Freiburg, wo er namentlich allgemeines und schweizerisches öffentl. Recht lehrte. 1926 Wahl zum Bundesrichter für die konservative Partei. 1933 Wahl in den Freiburger Staatsrat als Nachfolger Ernest Perriers. P. baute als Erziehungsdirektor die naturwissenschaftl. Fakultät mit den Instituten für Chemie, Botanik und Anatomie aus und liess trotz knapper Finanzen die 1941 eingeweihten Gebäude Miséricorde für die philosoph.-hist. und die jurist. Fakultät erstellen, was ihm den Ruf eines zweiten Universitätsgründers eintrug. P. unterstützte die Hauswirtschaftslehre und brachte das Lehrerseminar von Hauterive nach Freiburg zurück. 1946 wegen seines autoritären Führungsstils und aus dem Umfeld von Maxime Quartenoud und Pierre Glasson lancierten Intrigen abgewählt, nahm P. die Arbeit an der Universität wieder auf. 1935-46 und 1950-54 amtierte P. als Ständerat (1945-46 Präs.). Er präsidierte die Eidg. Getreidekommission und war Mitglied des SBB-Verwaltungsrats. P. verfocht als einer der bedeutenden Freiburger Konservativen - u.a. auch in 1932 und 1935 vorgelegten Studien - einen kath. Korporativismus; ihm schwebte eine christl. und föderalist. Schweiz vor, weshalb er z.B. das Schweiz. Strafgesetzbuch bekämpfte. P. genoss als Bewunderer und geistiger Schüler Georges Pythons bei seiner Staatsratskandidatur 1933 die Unterstützung von Jean-Marie Musy, zu dem er später auf Distanz ging. 1938 Mitglied des Schweiz. Studentenvereins. Major der Infanterie.

Quellen und Literatur

  • Joseph P., 1890-1954, in memoriam, 1955
  • N. Balmat, Le parti conservateur-catholique à Fribourg durant l'entre-deux-guerres, Liz. Freiburg, 2001
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Zitiervorschlag

Dorand, Jean-Pierre: "Piller, Joseph", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 20.01.2011, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/005863/2011-01-20/, konsultiert am 26.09.2020.