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WalterAmstalden

30.8.1883 Sarnen, 19.6.1966 Sarnen, katholisch, von Sarnen (Teiler von Kägiswil). Sohn des Marquard und der Karolina geborene Röthlin, von Kerns. Johanna Dillier, von Kerns und Sarnen. Nach dem Besuch der Benediktinerkollegien Engelberg und Sarnen studierte Walter Amstalden Rechtswissenschaften an der Universität Freiburg. 1908 eröffnete er in Sarnen eine Anwaltspraxis. Daneben war er 1909-1917 Redaktor des "Obwaldner Volksfreunds". Bereits 1910 wurde er Obwaldner Staatsanwalt (bis 1930). Seine aussergewöhnlich erfolgreiche politische Karriere begann Amstalden als Vertreter der Katholisch-konservativen Partei in Sarnen: 1914-1926 war er Bürgergemeinderat, 1916-1924 Dorfschaftsrat (1920-1924 Präsident), 1920-1929 Präsident der Sarner Einwohnergemeinde. 1918 wurde er in den Verwaltungsrat der Obwaldner Kantonalbank gewählt (1924-1954 Präsident). 1919 erfolgte Amstaldens Wahl in den Kantonsrat, dem er bis 1930 angehörte (1927-1928 Präsident). 1926-1943 vertrat er Obwalden im Ständerat (1935-1936 Präsident). 1930 wurde er in den Obwaldner Regierungsrat gewählt, dem er 1931-1943 alle zwei Jahre als Landammann vorstand. Ausserdem war er 1930-1944 Präsident des Sanitätsrats, 1935-1947 Erziehungsrat (1942-1947 Präsident), Mitglied oder Präsident diverser kantonaler Kommissionen, von Verwaltungsräten verschiedener (Berg-)Bahnen und der Suva, von wirtschaftlichen Verbänden usw.

Amstalden zeichnete sich aus durch umfassende juristische Kenntnisse, eine bestechende Beredsamkeit und ausgesprochene Führungsbegabung. Trotz seines erfolgreichen Wirkens auf kantonaler und eidgenössischer Ebene, wo er sich vor allem für den Schutz des Mittelstands und der Familie einsetzte, war seine beispiellose Ämterkumulation und Machtfülle ein Grund für die erfolgreiche kantonale Verfassungsinitiative gegen Ämterkumulation und für Amtsdauerbeschränkung von 1942. In deren Folge musste Amstalden 1943 aus dem Ständerat ausscheiden. 1944 trat er auch als Regierungsrat zurück, blieb aber weiterhin Verwaltungsratspräsident der Obwaldner Kantonalbank, Erziehungsratspräsident, Kollegiums-Verwalter (1942-1954), Mitglied verschiedener kantonaler Kommissionen und amtierte 1947 als Präsident des Verfassungsrats. 1936 verlieh ihm die Universität Freiburg die Ehrendoktorwürde. 1950 wurde Walter Amstalden Komtur des Ritterordens vom Heiligen Grab in Jerusalem.

Quellen und Literatur

  • Obwaldner Volksfreund, 21.6.1966, 1 f.
  • E. Omlin, Die Landammänner des Standes Obwalden und ihre Wappen, 1966, 198 f.
  • L. von Wyl, Obwaldner Regierungsräte im 20. Jh., Ms., 1980, 42 f.
  • C. Sidler, «Gegen Ämtlibeigerei und Sesselkleberei», in Obwaldner Geschichtsbl. 20, 1994, 189-233
Weblinks
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GND
VIAF

Zitiervorschlag

Roland Sigrist: "Amstalden, Walter", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 20.07.2001. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/005989/2001-07-20/, konsultiert am 15.06.2024.