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NiklausHeer

18.2.1775 Glarus, 25.5.1822 Glarus, reformiert, von Glarus. Sohn des Cosmus (->) und der Anna Katharina Blumer. Bruder des Joachim (->). 1797 Anna Katharina Tschudi, Tochter des Johannes, Handelsherrn. Kaufmännische Ausbildung in Basel. Niklaus Heer zog 1798 als Aidemajor mit den Glarner Truppen nach Bern. Zu Beginn der Helvetik war er Oberschreiber der Verwaltungskammer des Kantons Linth, 1799 während des Interims Unterstatthalter in Bern, im Oktober des gleichen Jahres Regierungsstatthalter des Kantons Linth. Durch sein Bemühen, die durch Krieg und Steuern hervorgerufene Not zu mildern, wurde er zum Vermittler zwischen der helvetischen Regierung und seinen Landsleuten. 1802 gehörte er der Kantonstagsatzung und der kantonalen Verfassungskommission an. Nach dem Abzug der Franzosen verhinderte er in Glarus einen Aufruhr. Im Juli desselben Jahres trat er als Regierungsstatthalter zurück, nachdem die Landsgemeinde ihm das Landesstatthalteramt angetragen hatte. An der Consulta 1802-1803 in Paris vertrat Heer die Kantone Glarus und St. Gallen und unterzeichnete die Mediationsakte. Nach der Wiedereinführung der alten Verfassung im Kanton Glarus wirkte er 1803-1806, 1808-1811, 1813-1816 und 1818-1821 als Landammann und 1803-1820 als Tagsatzungsgesandter. Als Mitglied einer eidgenössischen Gesandtschaft wohnte er im Dezember 1804 der Kaiserkrönung Napoleons bei. In der diplomatischen Kommission der Langen Tagsatzung beteiligte er sich am Entwurf des Bundesvertrags von 1815. Als militärischer und handelspolitischer Experte übernahm er 1804 das neu geschaffene Kriegskommissariat und amtierte während der Grenzbesetzungen 1805, 1809, 1813 und 1815 als Oberstkriegskommissär sowie 1810 als Oberaufseher der eidgenössischen Grenzanstalten. 1817 arbeitete er an der Militärreform und den gesetzgeberischen Vorarbeiten für das Militärreglement. Der Kanton Glarus verdankt ihm die Herausgabe des Landbuchs (1807), die Verbesserung der Armenfürsorge und des Vormundschaftswesens, die Unterdrückung des Ämterschachers, die Hebung des Militär- und Schulwesens sowie die Förderung des Linthwerks.

Quellen und Literatur

  • C. Weber, Landammann Niklaus Heer 1775-1822, 1921
  • J.J. Kubly-Müller, «Die Landammänner von Glarus 1242-1928», in JbGL 47, 1934, 251-255, 261-263, 265 f.
  • Generalstab 3, 84 f.
  • B. Glaus, Der Kanton Linth der Helvetik, 2005, 46-56
Weblinks
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Kurzinformationen
Familiäre Zugehörigkeit
Lebensdaten ∗︎ 18.2.1775 ✝︎ 25.5.1822

Zitiervorschlag

Veronika Feller-Vest: "Heer, Niklaus", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 10.10.2007. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/005996/2007-10-10/, konsultiert am 21.02.2024.