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AndréChavanne

2.7.1916 Paris, 25.9.1990 Genf, kath., später Freidenker, von Bardonnex. Sohn des John, eines Kleinwinzers, der nach Frankreich ausgewandert war und dort als Privatchauffeur arbeitete, und des Dienstmädchens Louise geb. Hennequin. Renée Schidlof, Beamtin der Internat. Arbeitsorganisation, später Mathematiklehrerin, Tochter des Arthur, Prof. für theoret. Physik an der Univ. Genf. Matura in Frankreich, 1936 Lizentiat der Mathematik an der Univ. Genf, dort Assistent. Mitglied der akadem. Gesellschaft Belles-Lettres. 1941-61 unterrichtete C. Physik an der Ecole supérieure technique von Genf und an deren Abendkursen. 1952-53 nahm er an einer Unesco-Mission nach Ecuador teil. Ab 1955 war er Mitglied im Redaktionskomitee der Enzyklopädie "L'Ere atomique" und brachte ab 1956 die Zeitschrift "Industries atomiques" heraus, deren Chefredaktor er bis 1964 war. Ab 1956 engagierte sich C. in Lehrerberufsverbänden, später in Lehrergewerkschaften. Er trat in die sozialdemokrat. Partei Genfs ein, der er 1957-61 vorstand. Gleichzeitig war er Gemeinderat (Legislative) von Genf. Als Staatsrat und Vorsteher des Bildungswesens 1961-85 initiierte und bewerkstelligte C. mehrere Reformen (Orientierungsstufe, Abendschule, Allgemeinbildende Schule, Altersuniversität) und unterstützte die Demokratisierung der Hochschulbildung mit finanziellen Massnahmen. Zudem setzte er sich für Einwanderer und Flüchtlinge ein. Als Nationalrat 1967-77 war er wenig aktiv. C. hatte Einsitz in vielen Organisationen, u.a. in der Nationalen Schweiz. Unesco-Kommission, im CERN-Rat und im Stiftungsrat des Genfer Institut universitaire d'études européennes. 1987 Ritter der Ehrenlegion. Der in Genf sehr beliebte und geachtete C. machte sich durch sein Engagement für die Schulreform auch über die Kantonsgrenzen hinaus einen Namen. Postum erschien "Au fil des sciences" (1991).

Quellen und Literatur

  • Fondation Martin Bodmer, Cologny, Nachlass (Slg. alter wissenschaftl. Schriften),
  • Cahier de la Commission d'étude permanente du cycle d'orientation 1-3, 1969-73
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