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JacquesDicker

31.7.1879 Chotin, 17.11.1942 Genf, israelitisch, Russe, ab 1915 Schweizer Bürger. Sohn des Moses Dicker, Verwalters der Fürsten Obolensky, und der Eva geborene Gorodisky. Léa Qwoires. Jacques Dicker studierte Rechtswissenschaften in Kiew. Aktiv in der sozialistischen Partei Russlands, wurde er mehrfach verhaftet und gefangen gesetzt. 1906 gelang ihm die Auswanderung nach Genf, wo er 1909 das Lizenziat in Rechtswissenschaften und 1915 das Anwaltspatent erwarb. 1906 trat er der Sozialistischen Partei Genfs bei, engagierte sich an der Seite von Léon Nicole und wurde erst Sekretär, 1922 dann Präsident der Genfer Sektion der Sozialdemokratischen Partei (SP) der Schweiz. 1939 schloss er sich der Fédération socialiste suisse (1941 verboten) an, die zur äussersten Linken zählte. Als Vertreter der SP und ab 1939 der Fédération socialiste suisse war Dicker 1924-1929 Gemeinderat (Legislative) von Plainpalais, 1930-1941 Genfer Grossrat sowie 1922-1925 und 1928-1941 Nationalrat. Die Anklageerhebung gegen Dicker und Nicole durch die Union nationale führte am 9. November 1932 zu den Genfer Unruhen. Als brillanter Anwalt für Strafrecht verteidigte Dicker unter anderen Nicole im Mai 1933 vor den Bundesassisen.

Quellen und Literatur

  • Picot, Albert: Souvenirs de quelques années difficiles de la République de Genève, 1931-1937, 1963.
  • Grounauer, Marie-Madeleine: La Genève rouge de Léon Nicole, 1933-1936, 1975.
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Zitiervorschlag

de Senarclens, Jean: "Dicker, Jacques", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 21.06.2021, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/006260/2021-06-21/, konsultiert am 22.10.2021.