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WaltherHofer

10.11.1920 Kappelen,1.6.2013 Stettlen, ref., von Moosaffoltern (Gem. Rapperswil BE). Sohn des Walther, Lehrers und Gemeindeschreibers, und der Martha geb. Luginbühl. 1) Silvia Roth, 2) Margarita Penkova, aus Gabrovo (Bulgarien). 1939-46 Stud. der Geschichte und Philosophie in Bern und Zürich, dort 1947 Dr. phil., 1947-50 Assistent an der Univ. Zürich und Lehrbeauftragter an der Militärschule der ETH Zürich, 1950-59 Dozent an der Freien Univ. Berlin (1954 ao. und 1958-59 o. Prof.) sowie an der dortigen Dt. Hochschule für Politik, 1959-60 an der Columbia University in New York, 1960-88 Ordinarius für Neuere Allg. Geschichte an der Univ. Bern. 1963-79 BGB- bzw. SVP-Nationalrat, 1967-80 Mitglied der Parlamentar. Versammlung des Europarats.

H. schuf sich einen internat. Namen als Experte für totalitäre Herrschaftssysteme und ihre Ideologien, dessen Werke in versch. Sprachen übersetzt wurden (u.a. "Die Entfesselung des Zweiten Weltkriegs" 1954, "Dokumente des Nationalsozialismus" 1957). Die unter seiner Leitung entstandene Dokumentation "Der Reichstagsbrand" (2 Bde., 1972-78) zog eine heftige Kontroverse mit Verfechtern revisionist. Tendenzen nach sich. Der Rechtsstreit mit den Nachfahren von Wilhelm Frick wegen Ehrverletzung führte trotz Solidarisierung unter Historikern 1986 zu H.s Verurteilung. Schwerpunkt seiner parlamentar. Tätigkeit bildete die Aussenpolitik. Als Gründer der Schweiz. Fernseh- und Radiovereinigung, des sog. H.-Clubs, setzte er sich für eine politisch ausgewogenere Medienberichterstattung ein, die ihm und seinen Mitstreitern zu linkslastig war. 1983-92 präsidierte H. die Organisation der Auslandschweizer. Er erhielt zahlreiche Ehrungen, u.a. Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen. Oberstleutnant.

Quellen und Literatur

  • Der Bund, 10.5.1960; 8.11.1980; 9.11.1985; 21.6.1988
  • BaZ, 29.1.1979
  • Die Weltwoche, 18.7.1979
  • Innen- und Aussenpolitik, hg. von U. Altermatt, J. Garamvölgyi, 1980, (mit Werkverz.)
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