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ValentinOehen

26.6.1931 Neudorf, kath., von Neudorf und Lieli (heute Gem. Hohenrain). Sohn des Gottfried, Käsermeisters, und der Hermine geb. Müller. Johanna Christen, Tochter des Werner Christen. Kantonsschule Luzern, 1956 dipl. Ing.-Agr. der ETH Zürich (Milchwirtschaft). 1957-65 Tätigkeit an der Eidg. Forschungsanstalt Bern-Liebefeld, 1965-67 Führung eines Industriebetriebs in Zollikofen, 1967-71 Adjunkt in der Eidg. Zentralstelle des milchwirtschaftl. Kontroll- und Beratungsdiensts. Ab 1971 Umschulung auf bodenbiolog. Beratung, ab 1979 Bewirtschaftung eines Guts in Sessa im unteren Malcantone. In Bern Mitglied der Kath.-Konservativen Partei, des Jungen Bern und zuletzt der Nationalen Aktion für Volk und Heimat (NA). 1972-80 Zentralpräs. der NA, 1971-87 Nationalrat, 1973-77 Mitglied des Gr., 1977-80 des Kl. Gemeinderats von Köniz. 1986 Austritt aus der NA. 1987-91 Tessiner Grossrat, Gründer der Ökolog.-Freiheitl. Partei (1988 aufgelöst). 1991 Rückzug aus der Politik. Nach dem Rücktritt James Schwarzenbachs 1970 dominierende Persönlichkeit der NA, vertrat O. eine Lebensraumtheorie, gemäss welcher der Kleinstaat sich in der aus dem weltweiten Bevölkerungswachstum resultierenden ökolog. Katastrophe nur durch die Entwicklung von Abwehrreflexen gegen Fremde behaupten könne. In seine Amtszeit als Zentralpräsident fielen die Initiativen gegen die Überfremdung und Übervölkerung der Schweiz (34,2% Ja in der Volksabstimmung von 1974) und für die Beschränkung der Einbürgerungen (1977), die sechste Überfremdungsinitiative (1985), ferner diejenige betreffend Neuordnung des Staatsvertragsreferendums (Annahme des Gegenvorschlags 1977). O. entfaltete eine reiche Vortragstätigkeit und verfasste eine Vielzahl polit. Artikel. Major.

Quellen und Literatur

  • Die Weltwoche, 28.8.1974
  • E. Gruner, Die Parteien in der Schweiz, 21977, 296
  • TA, 24.7.1984
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