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ValentinOehen

26.6.1931 Neudorf, 2.6.2022 Nottwil, katholisch, von Neudorf und Hohenrain (von Lieli bis 2006). Sohn des Gottfried Oehen, Käsermeisters, und der Hermine geborene Müller. Johanna Christen, Tochter des Werner Christen. Kantonsschule Luzern, 1956 diplomierter Agraringenieur der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (Milchwirtschaft). 1957-1965 Tätigkeit an der Eidgenössischen Forschungsanstalt Bern-Liebefeld, 1965-1967 Führung eines Industriebetriebs in Zollikofen, 1967-1971 Adjunkt in der Eidgenössischen Zentralstelle des milchwirtschaftlichen Kontroll- und Beratungsdiensts. Ab 1971 Umschulung auf bodenbiologische Beratung, ab 1979 Bewirtschaftung eines Guts in Sessa im unteren Malcantone. In Bern Mitglied der Katholisch-Konservativen Partei (ab 1970 Christlichdemokratische Volkspartei, CVP), des Jungen Bern und zuletzt der Nationalen Aktion für Volk und Heimat (NA, ab 1990 Schweizer Demokraten, SD). 1972-1980 Zentralpräsident der NA, 1971-1987 Nationalrat (Bundesversammlung), 1973-1977 Mitglied des Grossen sowie 1977-1980 des Kleinen Gemeinderats von Köniz. 1986 Austritt aus der NA. 1987-1991 Tessiner Grossrat, Gründer der Ökologisch-Freiheitlichen Partei (1988 aufgelöst, Ökologische Bewegung). 1991 Rückzug aus der Politik. Nach dem Rücktritt James Schwarzenbachs 1970 dominierende Persönlichkeit der NA, vertrat Oehen eine Lebensraumtheorie, gemäss welcher der Kleinstaat sich in der aus dem weltweiten Bevölkerungswachstum resultierenden ökologischen Katastrophe nur durch die Entwicklung von Abwehrreflexen gegen Fremde behaupten könne (Fremdenfeindlichkeit). In seine Amtszeit als Zentralpräsident fielen die Initiativen gegen die Überfremdung und Übervölkerung der Schweiz (34,2% Ja in der Volksabstimmung von 1974) und für die Beschränkung der Einbürgerungen (1977), die sechste Überfremdungsinitiative (1985), ferner diejenige betreffend Neuordnung des Staatsvertragsreferendums (Annahme des Gegenvorschlags 1977). Oehen entfaltete eine reiche Vortragstätigkeit und verfasste eine Vielzahl politischer Artikel. Major.

Quellen und Literatur

  • Die Weltwoche, 28.8.1974.
  • Gruner, Erich: Die Parteien in der Schweiz, 19772 (1969), S. 296.
  • Tages-Anzeiger, 24.7.1984.
Von der Redaktion ergänzt
  • Neue Zürcher Zeitung, 8.6.2022 (Nachruf).
  • Die Weltwoche, 13.6.2022 (Nachruf).
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Zitiervorschlag

Peter Stettler: "Oehen, Valentin", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 25.08.2022. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/006457/2022-08-25/, konsultiert am 03.02.2023.