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LiberoOlgiati

7.11.1908 Cadenazzo, 4.6.1986 Giubiasco, Freidenker, von Cadenazzo. Sohn des Camillo (->). Xenia Sacchi. Gymnasium in Lugano, Rechtsstud. an der Univ. Bern, 1933 Dr. iur., Anwalt und Notar. 1936-46 Bezirksrichter des Bez. Bellinzona. 1941-63 und 1968-74 Gemeindepräs. von Giubiasco, 1947-63 und 1967-71 Tessiner Grossrat, 1955-64 und 1967-69 Nationalrat. 1951-63 und 1965-68 Präs. der Radikal-Liberalen Partei des Tessins, 1968 Ehrenpräsident. O. kam aus der 1934 abgespaltenen Radikal-Liberalen Demokrat. Partei und gehörte mit Giovan Battista Rusca zu den wichtigsten Baumeistern der Wiedervereinigung von 1946.

O. war mit dem Sozialisten Guglielmo Canevascini, mit dem ihn eine tiefe Freundschaft und der gemeinsame antifaschist. Kampf verbanden, der Förderer jener Linksallianz, welche die kant. Politik 1947-67 prägte. Wegen seiner Fähigkeit, die Ideen überzeugend mit konkreten Taten zu verbinden, galt er als Politiker nationaler Ausstrahlung, kant. Prägung und lokaler Verwurzelung. O. vertrat die Idee einer Konkurrenzdemokratie innerhalb einer radikal-liberalen Partei, die der europ. Entwicklung offen gegenüberstand, in der die Verteidigung der menschl. Würde Vorrang hatte und die wirtschaftl. und soziale Frage stets auch eine Frage der Freiheit war. Er setzte sich für eine Reform von Wirtschaft und Gesellschaft ein, die weder einem dogmat. Liberalismus noch Etatismus verpflichtet war. Um wirtschaftl. Ungleichgewichte zu verhindern, stand er für eine Kontrolle des Wirtschaftswachstums sowie für eine Wirtschaftsplanung ein und regte zu diesem Zweck 1962 im Parlament die Prüfung eines kant. Wirtschaftsplans an, dessen interessanteste Ideen jedoch kurzfristig nicht umgesetzt werden konnten.

Quellen und Literatur

  • Il Dovere, 6.6.1986; 10.6.1991
  • R. Bianchi, Il Ticino politico contemporaneo, 1921-1975, 1989, 436-440
  • P. Macaluso, Liberali antifascisti, 2004
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