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IsidorMeyer

8.1.1860 Andermatt, 22.2.1944 Andermatt, katholisch, von Andermatt. Sohn des Kaspar, Hoteliers Zu den Dreikönigen in Andermatt, Postpferdehalters, Spediteurs, Landwirts und Ratsherrn, und der Klara geborene Müller, von Hospental. Enkel des Franz Josef Julius (->). Ledig. Mittelschule in Schwyz und Freiburg, Ecole industrielle in Lausanne und Sprachaufenthalt in Mailand. In jungen Jahren war Isidor Meyer in der väterlichen Postpferdehalterei tätig und betrieb ein Handelsgeschäft. 1886-1932 leitete er das Hotel Meyerhof in Hospental. Nach Tätigkeiten als Vermittler, Zivilstandsbeamter und Gemeindeschreiber war Meyer 1892-1896 Waisenvogt, 1901-1902 und 1905-1906 Gemeindepräsident von Andermatt. 1896-1899 Talschreiber, 1902-1906 und 1910-1912 Talammann von Ursern. 1896-1904 Mitglied des Obergerichts, 1898-1915 Landrat (Präsident 1904-1905). 1915-1932 Regierungsrat, davon zwölf Jahre als Finanzdirektor. 1920-1922 und 1928-1930 Landammann von Uri. Als Finanzdirektor verhandelte Meyer erfolgreich mit den SBB über die Wasserzinsen und mit dem Bund über die Alpenstrassenbeiträge. 1928-1935 katholisch-konservativer Ständerat. 1920-1940 Bankrat der Urner Kantonalbank (1938-1940 Präsident). 1902 Mitbegründer des Elektrizitätswerks Ursern und langjähriges Verwaltungsratsmitglied, Verwaltungsrat der Furka-Oberalp-Bahn. Meyer wirkte im Verein für Geschichte und Altertümer von Uri und im Historischen Verein der fünf Orte mit und verfasste zahlreiche geschichtliche Arbeiten. In seine Amtszeit fielen die wirtschaftliche Umorientierung des Hochtales hin zur touristischen Entwicklung (nach dem Zusammenbruch des Gotthardverkehrs), der Aufstieg Andermatts als Waffenplatz und die Gesundung der durch die Krise der Ersparniskasse geschwächten Kantonsfinanzen. Isidor Meyer war der erste Urner Landammann aus Ursern. Durch seine Tätigkeit wurde der traditionelle Gegensatz zwischen Uri und Ursern abgebaut. Seine Publikationen sind von bleibendem Wert.

Quellen und Literatur

  • Ursern und der Gotthardverkehr, 1938
  • Die Ursener Geschlechter und ihre Herkunft, 1941
  • (zusammen mit C.F. Müller), «Die Talammänner von Ursern», in HNU 24/25, 1969/70, 115-144
  • TalA Ursern, FamA
  • Gotthard Post 9, 1944
  • Urner Wbl., 1944, Nr. 16
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Zitiervorschlag

Hans Stadler: "Meyer, Isidor", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 05.11.2009. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/006517/2009-11-05/, konsultiert am 17.06.2024.