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Risoux

Bergkette bis 1420 m Höhe an der franz.-schweiz. Grenze zwischen dem Dep. Doubs und dem Vallée de Joux sowie ein Wald von 2'386 ha, der in den Grand R. (Gem. Le Chenit VD) und den Petit R. (Gem. Le Lieu und Vallorbe VD) unterteilt ist. 1177 montem Risum, 18. Jh. Risoud. Der seit dem 10. Jh. genutzte Wald wurde 1344 mit dem Vallée de Joux an den Hzg. von Savoyen verkauft und die Nutzungsrechte der lokalen Bevölkerung abgetreten. Die Berner, die 1536 Besitzer geworden waren, verpachteten den westl. Teil des R. 1543 der Gem. Le Lieu; 1627 und 1719 markierten sie den Wald mit 246 Grenzsteinen und untersagten 1646 aus strateg. Gründen die Rodung eines Randgebiets (des sog. Bois d'avenue) an der Grenze zur Freigrafschaft Burgund. Wegen Holzschmuggels und Viehdiebstahls wurden ab 1635 Gendarmen stationiert. Der grosse R.-Prozess von 1762 wegen missbräuchl. Holzschlags setzte einem jahrelangen Konflikt zwischen Bern und den Gem. ein Ende: Berns Besitz wurde bestätigt und die Nutzungsrechte der Gem. eingeschränkt. 1803 ging der R. an den Kt. Waadt. 1901 kaufte dieser die Nutzungsrechte auf und trat 39% des Walds an die Gem. ab, die 1910 das Gebiet unter sich aufteilten. Zwischen 1942 und 1944 organisierte Anne-Marie Im Hof-Piguet einen Fluchtweg für jüd. Kinder durch den R. Die seit 1985 defizitäre Holznutzung basiert auf der Fichte, die ein Resonanzholz von hoher Qualität liefert.

Quellen und Literatur

  • L. Reymond, Notice historique sur la forêt du R., 1975, (Ms. 1887)
  • N. Zaric, La forêt du Grand Risoud, 1991
Weblinks
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GND
Systematik
Umwelt / Wald

Zitiervorschlag

Sardet, Frédéric: "Risoux", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 16.05.2012, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/006529/2012-05-16/, konsultiert am 16.10.2020.