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OlivierReverdin

15.7.1913 Genf, 16.6.2000 Genf, ref., von Genf. Sohn des Henri, Philosophieprof., und der Gabrielle geb. Bouthillier de Beaumont. Enkel des Jaques Louis (->). Renée Chaponnière, Tochter des Paul Chaponnière. Philologiestud. an der Univ. Genf (1935 Lizenziat, 1945 Doktorat), 1935-36 in Paris an der Sorbonne, am Collège de France und an der Ecole pratique des hautes études sowie 1936-38 an der Ecole française in Athen. 1938-39 und 1944-45 unterrichtete R. in Genf an der Berufsschule und am Gymnasium, 1939-40 an der reformpädagog. Ecole des Roches in der Normandie. 1941-44 war R. als Attaché dem Dienst für Fremde Interessen an der Schweizer Gesandtschaft in Rom zugeteilt. 1945-58 lehrte er an der Univ. Genf als PD, 1958-83 als o. Prof. griechische Sprache und Literatur. Für das "Journal de Genève" wirkte er 1945-54 als Bundeshausredaktor, 1954-59 als Chefredaktor, 1954-63 als Direktor und schliesslich als Verwaltungsratsmitglied (1968-82 Präs.). 1955-71 vertrat R. die liberale Partei im Nationalrat. Dort gehörte er der Zolltarifkommission sowie der Konsultativkommission für das Ausländerproblem an. 1971-79 sass er für den Kt. Genf im Ständerat. 1969-72 präsidierte er als erster Schweizer die Parlamentar. Versammlung des Europarats. R. war Mitglied zahlreicher in- und ausländ. Akademien und Wissenschaftsgremien, von denen er mehrere leitete, namentlich 1958-95 den Stiftungsrat der Fondation Hardt zur Erforschung des klass. Altertums, 1960-68 die Schweiz. Akad. der Geistes- und Sozialwissenschaften, 1968-81 den Nationalen Forschungsrat sowie 1968 die Europ. Konferenz für Molekularbiologie. 1968 war er Gründungsmitglied des Club of Rome. Für sein Europa-Engagement wurde R. 1974 die goldene Robert-Schuman-Medaille in Gold verliehen. Er erhielt mehrere Ehrendoktorate.

Quellen und Literatur

  • Homère chez Calvin, 2000 (mit Biogr. und Werkverz.)
  • NZZ, 22.6.2000
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