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Giovan BattistaRusca

Letzte Sitzung der Konferenz von Locarno vom 16. Oktober 1925. Von links nach rechts: Benito Mussolini, Giovan Battista Rusca sowie Joseph Austen Chamberlain und Cecil Hurst von der britischen Delegation © KEYSTONE.
Letzte Sitzung der Konferenz von Locarno vom 16. Oktober 1925. Von links nach rechts: Benito Mussolini, Giovan Battista Rusca sowie Joseph Austen Chamberlain und Cecil Hurst von der britischen Delegation © KEYSTONE. […]

4.5.1881 (Battista Luigi Carlo) Locarno, 23.1.1961 Locarno, Freidenker, von Locarno. Sohn des Franchino Fedele Giuseppe und der Erminia Giuseppina Maria geb. Bacilieri. 1) 1912 Pia Elsa Rosalia Stoffel (Scheidung 1919), 2) 1950 Marianne Leheux. Rechtsstud. und Abschluss in Lausanne. Anwalt und Notar in Locarno. 1911-23 Staatsanwalt. Freisinniger. Ab 1912 Gemeinderat (Legislative), ab 1916 Stadtrat, 1920-61 Stadtpräs. von Locarno. 1927-55 Tessiner Grossrat. 1927-31, 1935-43 und 1947-55 Nationalrat. Hier interessierte sich R. v.a. für Fragen der internat. Politik. Als überzeugter Europabefürworter war er mit Aristide Briand und anderen prominenten Verfechtern der internat. Zusammenarbeit befreundet. Im Okt. 1925 war er Gastgeber der Konferenz in Locarno, die zum Abschluss eines Sicherheitspakts und zu einer Entspannung in den Beziehungen zwischen den europ. Grossmächten führte. Dafür erhielt R. zahlreiche Anerkennungen sowie den Zunamen "Monsieur la Liberté". Aufgrund seiner Abneigung gegenüber den faschist. Regimen setzte er sich während des 2. Weltkriegs energisch für polit. Flüchtlinge ein. Er gehörte dem linken Flügel der Tessiner FDP an und war ein dezidierter Verteidiger des Laizismus und der Freiheitsideale. 1934 spielte R. eine wichtige Rolle bei der Parteispaltung; als einer der angesehensten Vertreter der demokrat. Strömung leitete er 1943-47 deren Organ, die Wochenzeitung "Avanguardia".

Quellen und Literatur

  • Il Dovere, 24.1.1961
  • P. Macaluso, Liberali antifascisti, 2004
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