de fr it

Ingolstadt

Schon vor der Reformation besuchten Studenten aus der Eidgenossenschaft, v.a. aus Zürich, die 1472 gegründete Univ. I. Ausnahmsweise studierten auch Ingolstädter in Basel, wie etwa Leonhard Rebhan, der 1526-27 Rektor der Univ. Basel war und als Reformationsgegner 1526 an der Badener Disputation teilnahm. Der Ingolstädter Theologe Johannes Eck, der in Baden die kath. Glaubensauffassung vertrat, bezichtigte in einigen Publikationen v.a. die Schweizer Protestanten der Häresie. 1530-80 ging die Besucherfrequenz von Schweizern an der Univ. I. stark zurück, dann stieg sie wieder leicht an. Im 17. Jh. machten die Schweizer dank des Zustroms aus der Innerschweiz und aus Freiburg rund die Hälfte aller Immatrikulierten aus. Dagegen wiesen die Bündner (v.a. Engadiner) im 16. Jh. die höchste Frequenz auf, jene der St. Galler war im 17. und 18. Jh. hoch. Jesuiten wie Franz Xaver Amrhyn und Lorenz Forer trugen dazu bei, dass sich I. in der Zeit der Kath. Reform den Ruf einer Kaderschmiede erwarb. Andererseits übernahmen Jesuiten, die eine Zeit lang u.a. in I. unterrichtet hatten, Lehrverpflichtungen an Schweizer Ordenskollegien (Adam Burghaber, Johannes Vogler). Im 18. Jh. lockerte die Aufklärung die engen konfessionellen Bindungen in der Lehre, so dass etwa an der medizin. Fakultät von I. die Lehrbücher Albrecht von Hallers Verwendung fanden. Mit dem zeitweise in I. lehrenden Benedikt Stattler, einem Anhänger Christian Wolffs, übte die kath. Aufklärung auf das geistige Leben in der kath. Schweiz grossen Einfluss aus. Gleiches gilt für Stattlers Schüler Johann Michael Sailer, der nur kurze Zeit in I. gewirkt hatte, da die Universität 1800 von dort nach Landshut verlegt wurde.

Quellen und Literatur

  • F. Maissen, «Puschlav und die bayr. Univ. I.», in BM 1979, 202-211
  • F. Maissen, «Bündner Studenten an der Univ. I.-Landshut 1472 bis 1826», in BM 1982, 57-67
Weblinks
Normdateien
GND