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Karlsruhe

Stadt in Baden-Württemberg, in der Oberrhein. Tiefebene. 2006 275'629. Einw. Markgf. Karl Wilhelm von Baden-Durlach (1679-1738) gründete 1715 die Residenzstadt K. und schuf günstige Bedingungen für Zuwanderer. Davon profitierten auch Schweizer, v.a. Händler und Handwerker aus den ref. Stadtorten, aber auch kath. Emigranten. Seit 1719 besteht in K. eine ref. Gemeinde, die bis 1779 von Schweizer Pfarrern betreut wurde. Diese stammten vorwiegend aus dem mit K. nachbarschaftlich verbundenen Basel, wo sich auch der Exilsitz der bad. Markgrafen befand. In der 2. Hälfte des 18. Jh. zog der Hof von K. als kulturelles Zentrum Schweizer wie Salomon Gessner an, dessen Werke auch hier erschienen. Mit Johann Kaspar Lavater war Markgf. Karl Friedrich eng befreundet, der wie einige seiner Verwandten in Lausanne studiert hatte. Dessen Gattin Markgräfin Karoline Luise konnte bei der Einrichtung ihrer Bibliothek und Naturaliensammlung auf die Mithilfe von Schweizern zählen. Mit der Bildung des Grossherzogtums Baden 1803 wurde K. Hauptstadt. Aus der unmittelbaren Nachbarschaft ergaben sich viele polit. Kontakte (u.a. diplomat. Missionen). Möbel aus der Hofschreinerei und anderer Karlsruher Firmen fanden in der Schweiz Absatz. Mit der Eröffnung der Architektenschule Friedrich Weinbrenners 1796, einer Ingenieurschule 1807 und des Polytechnikums 1825 wurde K. zu einem wichtigen Studienort für Schweizer Techniker und Architekten. Die Karlsruher Techn. Hochschule diente bei der Konzeption des 1855 errichteten Eidg. Polytechnikums in Zürich als Vorbild. In K. lehrten nur wenige Schweizer (z.B. Rudolf Braun), aber mehrere wurden mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet. Die Stadt K. musste 1917 in der Schweiz ein rückzahlbares Darlehen aufnehmen. 1923 wurde in der Stadt eine Suppenküche eröffnet, die 500 Personen auf Kosten eines Schweizer Hilfswerks verpflegte. Heute ist die oberrhein. Wirtschaftsmetropole v.a. mit dem Raum Basel verbunden. Das Generallandesarchiv K. bewahrt wichtige Quellen zur Schweizer Geschichte (z.B. Archiv des Domkapitels Basel) auf.

Quellen und Literatur

  • Repertorium schweizergeschichtl. Qu. im Generallandesarchiv K., 1981-
  • H. Funck, Johann Kaspar Lavater und der Markgf. Karl Friedrich von Baden, 1891
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