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KonstanzDiözese

Die Diözese K., das zu seiner Zeit grösste der dt. Bistümer, existierte während rund 1'200 Jahren bis 1827. Gegen Ende des MA umfasste sie 64 Dekanate, um die 17'000 Priester sowie 350 Klöster. Im Unterschied zu dieser geistl. Herrschaft erreichte das weltl. Herrschaftsgebiet, das Fürstbistum K., nie eine auch nur annähernd so grosse Ausdehnung und Macht. Grosse Teile der heutigen Deutschschweiz gehörten bis 1815 zur Diözese K.

Mittelalter

Die Gründung des Bischofssitzes in K. dürfte auf die Wende vom 6. zum 7. Jh. zu datieren sein. Das Mitwirken Hzg. Gunzos bei der Wahl von Bf. Johannes I. legt eine enge Verbindung zwischen Bistumsgründung und alemann. Herzogsherrschaft nahe. Für K. sprachen aber auch strateg. Gründe. Von hier aus konnten zwei sich durch den Grad ihrer Christianisierung unterscheidende Räume verbunden werden: der Raum südlich der einstigen spätröm. Grenz- und Befestigungslinie an Hochrhein und Bodensee, wo ein Fortleben frühchristl. Gemeinden möglich war, und der vorerst noch schwach christianisierte Kernraum alemann. Siedlung nördlich davon. Nicht zu bestimmen ist, ob dieses Bistum tatsächlich neu gegründet wurde oder ob, wie eine spätere Überlieferung berichtet, der merowing. Kg. Dagobert I. den einst zusammen mit Avenches für die Civitas Helvetiorum zuständigen Bischofssitz Windisch nach K. verlegte.

Erst im 8. Jh. nimmt das Bistum K. deutlichere Konturen an. 736-782 verwalteten Konstanzer Bischöfe zugleich als Äbte das Kloster Reichenau, 759-854 war das Kloster St. Gallen der Konstanzer Bischofskirche einverleibt. Deshalb konnten die Bischöfe von K. während der 2. Hälfte des 8. Jh. in entscheidendem Masse auf die Mithilfe von Mönchen beider Klöster zurückgreifen. Erst unter Bf. Egino (811) kam es zu einer stärkeren Einbeziehung von Säkularklerikern und damit zur Ausbildung eines Domkapitels.

Im 9. Jh. gelang es einer hochadeligen Fam., drei ihrer Mitglieder, die alle Salomo hiessen, auf den Bischofsstuhl zu bringen. Obschon das Kloster St. Gallen 854 aus der unmittelbaren Verfügungsgewalt des Bf. von K. herausgelöst wurde, vereinigte Salomo III. noch einmal die Würde des Bischofs mit derjenigen des Abtes von St. Gallen. Durch seine Königsnähe verhalf er der Bischofskirche zu hohem Ansehen in Schwaben und im späteren Hl. Röm. Reich. Ihm selbst wuchs die Rolle eines Vertreters der Reichsgewalt im Bodenseegebiet, ja in ganz Schwaben zu.

Die Ausgestaltung des Bischofssitzes im 10. Jh. ist zwei Bischöfen zu verdanken: Konrad betonte durch die Wahl der Patrozinien für die von ihm neu errichteten Gotteshäuser die Verbindung seines Sitzes mit Rom und Jerusalem ebenso wie mit dem otton. Königtum. Indem Gebhard II. jenseits des Rheins das Kloster Petershausen gründete, schuf er nicht nur das erste bischöfl. Eigenkloster, sondern vollendete er zugleich die Ausgestaltung des Bischofssitzes nach dem Vorbild Roms. Seitdem v.a. unter Kg. Heinrich III. Geistliche der Hofkapelle bzw. Goslarer Stiftskanoniker zu Bischöfen promoviert wurden, gestaltete sich die Einbeziehung der Bischofskirche in die otton.-sal. Reichskirche noch enger. Diese Bindung an das Königtum erfuhr ein vorläufiges Ende, als der Bischofssitz während des Investiturstreits in den Einflussbereich des gregorianisch gesinnten Adels geriet. Die ab 1080 zu Ks. Heinrich IV. haltenden Bischöfe standen, wie Arnold von Heiligenberg, im Abseits. Die führende Rolle des von den Gregorianern erwählten Gebhard von Zähringen (1084-1110), dessen Stellung durch die Ernennung zum päpstl. Legaten gestärkt wurde, blieb ungebrochen. Gegen Ende seiner Amtszeit näherte Gebhard seine Kirche dem Königshaus an. Die Nachfolger spielten dementsprechend in der Politik Philipps von Schwaben und Friedrich Barbarossas eine bedeutende Rolle, so dass sich Letzterer veranlasst sah, der Bischofskirche 1155 ein umfassendes Privileg zu erteilen.

Eine staufertreue Haltung bewies im 13. Jh. Bf. Heinrich von Tanne (1233-48). Sein Nachfolger Eberhard von Waldburg verfocht zunächst die Sache Papst Innozenz' IV., übernahm dann aber die Vormundschaft über Konradin, den minderjährigen Hzg. von Schwaben. Eine herausragende Gestalt war Bf. Heinrich von Klingenberg. Er erwies sich als Förderer der schönen Künste und liess erstmals die Güter und Rechte des weltl. Herrschaftsgebiets, des Hochstifts, in einem Urbar verzeichnen.

Danach geriet die Bischofskirche in das Spannungsfeld der hohen Politik: Das avignones. Papsttum gewann ab 1307 entscheidenden Einfluss. Die Besetzung des Bischofsstuhls durch päpstl. Provisionen wurde die Regel, die Zahlung der Servitien schwächte die Finanzen des Bistums, und das Wahlrecht des Domkapitels wurde stark eingeschränkt. Der Kampf zwischen den Päpsten in Avignon und Kg. Ludwig dem Bayern führte 1334 zu einer Doppelwahl, wobei die Mehrheit des Domkapitels jeweils auf Seiten des Papstes und des Hauses Habsburg stand.

Bf. Johann Windlock versuchte, den desolaten Zuständen in der Diözese durch Reformen und hartes Durchgreifen zu begegnen. Die Spannungen mit Rat und Bürgerschaft der Stadt K., die sich ab dem 13. Jh. vom bischöfl. Stadtherrn zu emanzipieren begannen, dürften zu seiner Ermordung beigetragen haben. Aber auch die Regierungszeit Bf. Heinrich von Brandis' war von harten Auseinandersetzungen überschattet, zumal er sich von Kg. Karl IV. 1357 ein falsches Privileg über längst hinfällige Rechte gegenüber der Stadt hatte ausstellen lassen. Erst dank der Vermittlung von Karl IV. kam 1372 eine Versöhnung zustande. Das Grosse Schisma (1378-1417) hatte erneut konfliktuelle Bischofswahlen zur Folge und spaltete die Diözese in zwei Obedienzen, wobei die Avignon nahestehenden Bischöfe auf die Dauer an Terrain verloren. Erst zu Zeiten Bf. Marquards von Randegg (1398-1407) war das Schisma in der Diözese K. im Wesentlichen beendet. Das Konzil von K. (1414-18) beseitigte die letzten Reste der Spaltung.

Bischöfe der Diözese Konstanz bis zur Reformation

AmtsdatenBischof
Ende 6. Jh.Maximus
Ende 6. Jh.Ruodelo
Ende 6. Jh./Anfang 7. Jh.Ursinus
um 612/13Gaudentius
zw. 615 und 629/639Johannes I.
zw. 629 und 639Martianus
Mitte 7. Jh.Othardus, Pictavus, Severius, Astropius, Johannes (unsicher)
2. H. 7. Jh.Boso
2. H. 7. Jh.Gandolfus, Fidelis, Thietpaldus
bis 736Audoin (unsicher)
736 (?)-746 (?)Arnefridus
746-760Sidonius
760-782Johannes II.
782-811Egino
811-838/39Wolfleoz
838/39-871Salomo I.
871Patecho
874/75Gebhard I.
875/76-889Salomo II.
890-919/20Salomo III.
919/20-934Noting
934-975Konrad I.
975-979Gaminolfus
979-995Gebhard II.
995-1018Lambert
1018-1022Rudhart
1022-1026Heimo
1026-1034Warmann
1034-1046Eberhard I.
1047-1051Theoderich
1051-1069Rumold
1069Siegfrieda
1070-1071Karla
1071-1080Otto I.a
 Ruperta
1080-1084 (?)Bertolfa
1084-1110Gebhard von Zähringena
1092-1112Arnold von Heiligenberga
1111-1127Ulrich I. von Dillingena
1127-1138Ulrich II.
1138-1165Hermann von Arbona
1138Brunica
1165-1174Otto II.
1174-1183Berthold von Bussnang
1183-1189Hermann von Friedingen
1189-1206Diethelm von Krenkingen
1206-1208Wernher von Staufen
1208-1233Konrad II. von Tegerfelden
1233-1248Heinrich von Tanne
1248-1274Eberhard von Waldburg
1274-1293Rudolf von Habsburg-Laufenburg
1293Friedrich von Zollerna
1293-1306Heinrich von Klingenberga
1306-1307Rudolf von Hewena
1306-1307Ludwig von Strassberga
1307-1318Gerhard von Bevar
1318-1319Konrad von Klingenberga
1318-1319Heinrich von Werdenberga
1322-1334Rudolf von Montfort-Feldkirch
1334-1335Albrecht von Hohenberga
1334-1344Nikolaus von Frauenfelda
1344-1345Albrecht von Hohenberga
1344-1345Heinrich Truchsess von Diessenhofena
1344-1345Konrad Truchsess von Diessenhofena
1344-1351Ulrich Pfefferharda
1351-1356Johann Windlock
1356-1357Albrecht von Hohenberga
1356-1357Ulrich von Friedingena
1357-1383Heinrich von Brandis
1371-1372Johannes Schadlandb
1384-1387/88Nikolaus von Riesenburga
1384-1385Mangold von Brandisa
1387/88-1409Heinrich Peyerac
1387/88-1398Burkhard von Hewena
1398Friedrich von Nellenburga
1398-1406Marquard von Randegga
1407-1410Albrecht Blarer
1410-1434Otto von Hachberg
1434-1436Friedrich von Zollern
1436-1462Heinrich von Hewen
1462-1466Burkhard von Randegg
1466-1474Hermann von Breitenlandenberg
1474-1480Ludwig von Freiberga
1474-1491Otto von Sonnenberga
1491-1496Thomas Berlower
1496-1530Hugo von Hohenlandenberg

a Doppelwahl

b Administrator

c Administrator 1388-1409

Bischöfe der Diözese Konstanz bis zur Reformation -  Helvetia Sacra; Germania Sacra, neue Folge, 42, 1, 2003

Fortan beschäftigten sich die Bf. von K. mit der Frage, wie sie sich gegenüber den seit dem Ende des 14. Jh. erstarkenden Eidgenossen und deren Gegnern, den Hzg. von Österreich, verhalten sollten. Angesichts des unaufhaltsamen Vordringens der Eidgenossen bis vor K. sahen sich die Bischöfe zum Abschluss von Bündnissen mit den eidg. Orten gezwungen. Unter Bf. Hermann von Breitenlandenberg (1466-74) traten die Eidgenossen gar als Schirmmacht an die Stelle Habsburg-Österreichs. Im Konstanzer Bistumsstreit stand der von Österreich unterstützte Ludwig von Freiberg dem von den Eidgenossen favorisierten Otto von Sonnenberg gegenüber. Am Ende des 15. Jh. kamen Bischöfe an die Macht, die sich demgegenüber den Forderungen Kg. Maximilians zu beugen hatten. Nach dem Schwabenkrieg lagen weite Teile der Diözese, aber auch des bischöfl. Territoriums, im Machtbereich der Eidgenossenschaft. Entsprechend schwierig war es für die Bischöfe, ihre Rechte wahrzunehmen.

Von der frühen Neuzeit bis zur Regeneration

Im 16. Jh. erlitt die Diözese K. grosse Einbussen durch die Einführung der Reformation im grösseren Teil ihres schweiz. Gebietes, im Herzogtum Württemberg und in einer Reihe oberdt. Reichsstädte, darunter 1526-27 auch in K. 1526 verlegte Fürstbf. Hugo von Hohenlandenberg deshalb die bischöfl. Residenz nach Meersburg. Dort blieb sie bis zur Auflösung der Diözese 1827, während das Domkapitel, das Konsistorium und die Kollegiatstifte nach K. zurückkehrten, nachdem dieses 1548 österr. Landstadt und damit wieder katholisch geworden war.

Während der Reformationszeit standen die Bischofswahlen ganz im Zeichen der Erhaltung der Diözese und des kleinen Hochstifts und erfolgten deshalb in engem Anschluss an den Kaiser und das Haus Habsburg. Die kaiserl. Einflussnahme zeigte sich in der Wahl des Reichsvizekanzlers Balthasar Merklin (1530-31) und des kaiserl. Orators Johannes von Weeze (1538-48) zu Konstanzer Oberhirten. Die Inkorporation des Augustinerchorherrenstifts Öhningen und der Benediktinerabtei Reichenau in das Hochstift brachte eine gewisse Stabilisierung der seit dem SpätMA zerrütteten und durch die Reformation, die einen grossen Verlust kirchl. Einkünfte bewirkte, zusätzlich geschwächten wirtschaftl. Verhältnisse.

1561 kam es zur Wahl des Papstnepoten Kardinal Mark Sittich von Hohenems. Dieser residierte nur selten in der Diözese und nahm seine Geschäfte meist von Rom aus wahr. Im Anschluss an das Konzil von Trient (1545-63) und im Zuge der Bemühungen um die Katholische Reform führte er 1567 eine Diözesansynode (Konstanzer Synoden) durch. Auch er verstand es, wie schon sein Vorgänger Christoph Metzler, Trennungsbegehren der katholischen eidg. Orte abzuwehren.

1589 verzichtete Fürstbf. Hohenems zugunsten von Kardinal Andreas von Österreich auf den Konstanzer Bischofsstuhl. Unter diesem erfolgte Ende des 16. Jh. die Neuordnung der Verwaltung von Hochstift und Diözese. Der bischöfl. Rat wurde auf der einen Seite in einen weltl. Rat und einen für die Finanzverwaltung zuständigen Kammerrat mit Sitz in Meersburg sowie, auf der anderen Seite, in einen geistl. Rat als oberste Behörde für die Verwaltung der Diözese mit Sitz in K. gegliedert. Eine geplante Unterteilung der Diözese in die vier Verwaltungseinheiten (sog. Archidiakonate) Schwaben, Allgäu, Breisgau und Schweizer Quart unterblieb. Die Dekane der Landkapitel gewannen als Repräsentanten des Bischofs bei der Durchführung der nachtrident. Reformen an Einfluss und Bedeutung. Um die Einheit der Diözese zu wahren und den kirchl. Verhältnissen in der Schweizer Quart Rechnung zu tragen, wurden in den eidg. Bistumsständen seit 1605 bischöfl. Kommissariate mit weitreichender Jurisdiktionsbefugnis eingerichtet.

1609 fand unter Fürstbf. Jakob Fugger (1604-26) eine weitere Diözesansynode statt, deren Statuten bis zum Ende des Bistums in Kraft blieben. Die Fürstbischöfe des 17. Jh. bemühten sich alle um eine Erneuerung der Diözese im Sinne der tridentin. Reform, auch wenn der unmittelbare Erfolg nicht zuletzt der polit. Verhältnisse wegen hinter den gesteckten Zielen zurückblieb. Während des Dreissigjährigen Krieges wurde K. belagert und die bischöfl. Residenz in Meersburg geplündert. In der 2. Hälfte des 17. Jh. gewann das Bistum durch das Ausschreibeamt im schwäb. Reichskreis, das sich der Fürstbischof seit 1543 mit dem Hzg. von Württemberg teilte, infolge der Spannungen zwischen Frankreich und Österreich für die kaiserl. Politik erhöhte Bedeutung und geriet in die Einflusssphäre habsburg. und pfalz-neuburg. Reichskirchenpolitik. Im 18. Jh. bemühten sich die Fürstbischöfe mit Nachdruck um eine Fortsetzung der Reformen, u.a. durch Visitation der Diözese in regelmässigen Abständen und durch bischöfl. Erlasse an den Diözesanklerus. Unter Fürstbf. Johann Franz Schenk von Stauffenberg (1704-40) kam es 1735 zur Errichtung eines Priesterseminars in Meersburg.

In nachtrident. Zeit blieb die Diözese nicht verschont von Auseinandersetzungen mit der Luzerner Nuntiatur und den grossen, sich in der Diözese befindenden exemten Abteien (St. Gallen, Einsiedeln, dem schwäb. Kempten) um Fragen der bischöfl. Jurisdiktion, im 18. Jh. ausserdem von heftigen Zusammenstössen zwischen der geistl. und weltl. Gewalt (Udligenswilerhandel 1725, sog. Katechismusstreit mit der österr. Verwaltung 1772-77, Streit um geistl. Privilegien). Die Auseinandersetzung mit der österr. Regierung bestimmte die Regierungszeit der Brüder Franz Konrad Kasimir Ignaz (1750-75) und Maximilian Augustinus Christoph von Rodt (1775-1800). Die hohe Verschuldung des Hochstifts und die Kirchenpolitik Ks. Josephs II., welche den Fortbestand von Diözese und Hochstift ernsthaft gefährdeten, führten 1788 zur Wahl des Fürstprimas Karl Theodor von Dalberg zum Koadjutor und letzten Fürstbischof des Bistums K.

In der Säkularisation von 1802-03 fiel das Hochstift an Baden, das 1804 die auf Schweizer Gebiet gelegenen konstanz. Besitzungen und Gefälle gegen eine Entschädigung von 440'000 Gulden an die Kt. Aargau, Schaffhausen, St. Gallen, Thurgau und Zürich abtrat. Während das Bistum K. mit dem weltl. Territorium seine polit. Bedeutung verlor, widmete sich Karl Theodor von Dalberg der Rettung der Reichskirche und nach ihrem Untergang der Neuordnung der kath. Kirche Deutschlands. Die Leitung und Verwaltung der weiträumigen Diözese, die 1794 1'233 Pfarreien zählte (davon 306 in der Schweizer Quart), übertrug er 1802 dem Generalvikar und späteren Bistumsverweser Ignaz Heinrich von Wessenberg. Unter ihm erfuhr das Bistum im letzten Vierteljahrhundert seines Bestehens in den Bereichen der Seelsorge und Liturgie, der Volksfrömmigkeit und Priesterbildung eine lange nachwirkende, religiös-kirchl. Erneuerung in der Tradition der kath. Aufklärung.

Bischöfe der Diözese Konstanz bis zur Aufhebung des Bistums 1827

a Bistumsverweser

b Apostolischer Vikar der vom Bistum Konstanz abgetrennten Schweizer Quart

Bischöfe der Diözese Konstanz bis zur Aufhebung des Bistums 1827 -  Helvetia Sacra

Die Auflösung des Bistums begann 1815 mit der Abtrennung der Schweizer Quart, die bis zu einer Neuordnung der Diözesanverhältnisse in der Eidgenossenschaft provisorisch dem apostol. Administrator Franz Bernhard Göldlin von Tiefenau unterstellt wurde. Im Rahmen der kirchl. Reorganisation Deutschlands auf der Basis konkordatärer Vereinbarungen mit den einzelnen Ländern erfolgte 1817 die Loslösung des württemberg., 1817 bzw. 1821 des bayer. und 1819 des österr. Teils der Diözese. Mit der Errichtung der oberrhein. Kirchenprovinz durch die päpstl. Zirkumskriptionsbulle "Provida solersque" von 1821 wurde das Bistum K. supprimiert. Wegen des in Rom in Misskredit stehenden Ignaz Heinrich von Wessenberg wurde entgegen alter kirchl. Gepflogenheit auf eine Übertragung des Konstanzer Titels nach Freiburg i.Br. verzichtet. Mit der Einsetzung des ersten Freiburger Erzbischofs 1827 hörte die Diözese K. auf zu bestehen. Die schweiz. Gebiete gelangten im Rahmen der Reorganisation der kath. Kirche provisorisch oder definitiv an die Bistümer Chur, St. Gallen und Basel.

Quellen und Literatur

  • Die Bf. von K., hg. von E.L. Kuhn et al., 1988
  • F.X. Bischof, Das Ende des Bistums K., 1989
  • K. Maier, Das Domkapitel von K. und seine Wahlkapitulationen, 1990
  • Die Protokolle der bischöfl. Visitationen des 18. Jh. im Kt. Luzern, hg. von A. Gössi, J. Bannwart, 1992
  • HS I/2
  • Der schweiz. Teil der ehem. Diözese K., hg. von B. Degler-Spengler, 1994
  • Germania Sacra NF 42,1, 2003
  • A. Bihrer, Der Konstanzer Bischofshof im 14. Jh., 2005
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