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Colmar

Hauptstadt des Dep. Haut-Rhin (F). 1790 13'214 Einw.; 1999 65'118. Der 823 erstmals erwähnte karoling. Königshof Columbarium wurde im 10. Jh. zweigeteilt: Der Oberhof (Kirche St. Peter) gehörte bis 1536 dem Kloster Payerne, der Niederhof (Kirche St. Martin) dem Bischof, später dem Domkapitel von Konstanz. Auch die Abtei Münster (Oberrhein) hatte Besitz in C. 1226 erstmals als civitas erwähnt (kaiserl. Schultheiss und Stadtrat), beteiligte sich C. 1250 und 1254 an den Städtebünden und widersetzte sich dem Bf. von Strassburg. Ab 1261 stand C. unter dem Schutz der Habsburger und erhielt 1278 einen Freiheitsbrief. Das 14. Jh. ist vom Beitritt zur Dekapolis 1354 (Bund von zehn elsäss. Reichsstädten) geprägt. Um 1370 wurde ferner die Stiftskirche St. Martin fertig gestellt. Im 15. Jh. erlebte C. eine künstlerische Blütezeit (Werke von Martin Schongauer). C. gehörte zur Diözese Basel (Dekanat Ultra Colles Ottonis). Die Stadt schloss sich 1575 der Reformation an. Nach der Angliederung des Elsass an Frankreich wurden 1673 die Stadtbefestigungen geschleift, 1679 wurde C. zur königl. Stadt erhoben. Ihr Wohlstand im MA und in der frühen Neuzeit beruhte auf Weinbau und Handel. Ab 1680 verwalteten Protestanten und Katholiken die Stadt gemeinsam, C. wurde Sitz eines königl. Prätors (Vertreter des franz. Königs) und einer Garnison. Ab 1698, als sich der souveräne Elsässer Rat in C. niedergelassen hatte, war die Stadt Gerichts-Hauptort des Elsass. 1773 wurde die Militärakademie von Pfeffel eröffnet, an der mehrere junge Schweizer studierten. Die Gründung der Indienne-Manufaktur Haussmann fällt ins Jahr 1775. In der Revolution wurde C. Hauptstadt des Dep. Haut-Rhin, zu dem 1800-13 das Bistum Basel gehörte. Im 19. und 20. Jh. verzeichnete C. eine bedeutende demograf. Entwicklung und eine grosse Ausdehnung. Der künstler. und architekton. Reichtum der Stadt zieht viele Touristen an (Museum Unterlinden) .

Quellen und Literatur

  • Encyclopédie de l'Alsace, 1982-1986
  • Histoire de C., hg. von G. Livet, 1983
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