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Delle

Gem. des Territoire de Belfort (F), an der franz.-schweiz. Grenze, gegenüber Boncourt. 736/737 Datira. 1820 940 Einw.; 1901 2'505; 1946 3'242; 1990 6'992; 1999 6'746. Galloröm. Stätte, merowing. Nekropole. 736/737 schenkte Eberhard, Gf. des Elsass, D. der Abtei Murbach. Im 13. Jh. ging die Herrschaft von D. an die Gf. von Montbéliard über, dann an die Gf. von Pfirt. 1352 wurde D. von Hzg. Rudolf IV. von Österreich mit Privilegien ausgestattet und zur Stadt erhoben. 1652 gelangte die Herrschaft an Frankreich. 1875-1902 beherbergte D. die Mönche von Mariastein, die im Kulturkampf von der solothurn. Regierung verjagt worden waren. Die Stadt war während der dt. Besetzung von Elsass-Lothringen 1871-1919 ein wichtiger Grenzposten. Die internat. Eisenbahnlinie Bern-Belfort-Paris, die 1872 D. erreichte, begünstigte die Industrialisierung und die urbane Entwicklung. Die Linie verlor nach 1919 ihre Bedeutung; der letzte betriebene franz. Abschnitt, D.-Belfort, wurde 1992 stillgelegt. Im 20. Jh. siedelte sich in D. Metall- und Maschinenwerkzeugindustrie an. Anfangs des 21. Jh. ist D. nach wie vor Transitort für die Grenzgänger aus der Region, die in der Schweiz arbeiten.

Quellen und Literatur

  • J.-P. Kintz, Haut-Rhin; Territoire de Belfort, 1994, 584 f.
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