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Feldkirch

Stadt im österr. Bundesland Vorarlberg mit 31'005 Einw. (2004), am verkehrswichtigen Illübergang am Schnittpunkt der Nord-Süd- und der Ost-West-Alpenstrasse gelegen. Bis ins 19. Jh. Hauptstadt Vorarlbergs, noch heute zahlreiche zentrale Funktionen. Um 840 wird die Siedlung als Königshof erwähnt. 909 schenkte Ludwig das Kind den Hof dem Kloster St. Gallen. Gf. Hugo I. von Montfort legte um 1190 eine planmässige Stadt an, die um 1312 das Lindauer Stadtrecht erhielt. Das Patronatsrecht der St. Nikolauskirche lag bis 1803 beim Domkapitel Chur. Gf. Rudolf V. von Montfort verkaufte 1375 F. an Österreich und gewährte dabei den Bürgern weit reichende Freiheiten, über deren Respektierung Zürich als Schiedsinstanz zu wachen hatte. 1405-08 gehörte F. dem Bund ob dem See an und führte nach dem Vorbild St. Gallens die Zunftverfassung ein. 1416-36 war F. an Gf. Friedrich von Toggenburg verpfändet. 1474 wurde in F. über die "Ewige Richtung" verhandelt. 1499 haben die Eidgenossen die Stadt vergeblich belagert. Das 1218 gegründete und anfangs überwiegend mit Adligen aus der Ostschweiz besetzte Johanniterkloster bildete vom 15. Jh. an einen Teil der Kommende Tobel (TG). F., früh ein schul. Zentrum, spielte eine führende Rolle in der Gegenreformation (1605 Kapuzinerkloster, 1649 Jesuitengymnasium, 1856 neu gegründet als Stella Matutina durch Schweizer Jesuiten). Im 19. Jh. wurde F. im Zusammenhang mit einer starken Industrialisierung (1827 Baumwollspinnerei von Escher, Wyss & Kennedy) eine Hochburg des Liberalismus.

Quellen und Literatur

  • Gesch. der Stadt F., Bde. 1-2, hg. von K. Albrecht, 1985-87
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