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Petershausen

Das ehem. Benediktinerkloster in Konstanz, das kurz vor 983 von Bf. Gebhard II. gegründet worden war, lag auf der rechten Rheinseite gegenüber dem Bischofssitz. Die Klosterkirche wurde 992 zu Ehren Gregors des Grossen geweiht. Der erste Abt stammte aus dem Reformkloster Einsiedeln. 1086 weihte Bf. Gebhard III. den Hirsauer Prior Theodor zum Abt, um das Kloster weiteren Reformen zu öffnen. Die Heiligsprechung seines Gründers 1134 erhöhte das Ansehen des Klosters wesentlich. In diesem Zusammenhang entstand die "Vita S. Gebehardi" und zwischen 1134-56 wurden im Kloster die "Casus monasterii Petrishusensis" verfasst. Nach einem Brand 1159 wurde P. wieder aufgebaut und die ab 1162 neu erstellte Kirche 1180 geweiht. Im 11. und 12. Jh. wurden die Klöster Mehrerau bei Bregenz im Vorarlberg, Kastl in Bayern, Neresheim in Württemberg sowie Wagenhausen und Fischingen mit Mönchen aus P. besiedelt. Das bischöfl. Eigenkloster erhielt 1214 den Status einer Reichsabtei. Während des Konstanzer Konzils tagte 1417 in P. das Kapitel der Benediktinerprovinz Mainz-Bamberg. Der Rat der Stadt führte die Reformation ein, worauf 1528 der Abt und 1530 die Mönche das Kloster verlassen mussten. Letztere konnten 1556 nach P. zurückkehren. 1581 wurde der Abtei das Kloster Stein am Rhein provisorisch inkorporiert, was die röm. Kurie 1597 definitiv bestätigte. 1802 wurde P. säkularisiert und die Gebäude dem Markgrafen von Baden als Wohnsitz überlassen. Von der 1832 abgebrochenen Klosterkirche blieb das rom. Figurenportal erhalten. Seit 1992 befindet sich in den Gebäuden eine Aussenstelle des Archäolog. Landesmuseums Baden-Württemberg.

Quellen und Literatur

  • Generallandesarchiv, Karlsruhe
  • I.J. Miscoll-Reckert, Kloster P. als bischöfl.-konstanz. Eigenkloster, 1973
  • F. Quarthal, Die Benediktinerklöster in Baden-Württemberg, 1975, 484-502
  • HS III/1, 966-979