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Salem

Ehem. Zisterzienserabtei, in der Gem. S. (Baden, D) gelegen. Das 1134 gegr. und von Mönchen aus Lützel im Elsass besiedelte Kloster wurde 1138 zur Abtei erhoben. Diese stand ab 1142 unter Königsschutz und entwickelte sich zur bedeutendsten Zisterzienserabtei Süddeutschlands. Um 1350 besass sie Streubesitz südlich des Bodensees in den heutigen Kt. Graubünden, St. Gallen, Thurgau und Schaffhausen. S. gründete mehrere Tochterklöster, darunter 1227 die Abtei Wettingen. Dem Abt unterstanden sechs Frauenklöster in Süddeutschland sowie bis 1603 die Zisterzienserinnenkonvente von Kalchrain und Feldbach. 1354 erreichte die Abtei S. die Reichsunmittelbarkeit, 1487 die volle Reichsstandschaft. Reformation und Bauernkrieg trafen S. schwer, doch das Kloster überstand die Krise. Während des Dreissigjährigen Kriegs geriet die Abtei erneut in Bedrängnis. Unter dem Reformabt Thomas Wunn erwarb sie 1637 von der Grafschaft Heiligenberg ein geschlossenes Gebiet, das bis an den Bodensee reichte. Zur selben Zeit war S. führendes Mitglied der von Wunn mitgegründeten Oberdt. Zisterzienserkongregation, deren Reformbestrebungen auch die zur Kongregation zählenden Schweizer Männerklöster Hauterive, St. Urban und Wettingen samt den diesen unterstellten Frauenklöster mittrugen. Im 18. Jh. erlebte S. eine letzte Blütezeit, in welcher zahlreiche Massnahmen zur Verbesserung des Schulwesens, der Landwirtschaft, des Strassenbaus und des Sozialwesens (1749 Errichtung einer Sparkasse, 1784 eines Armenhauses) ergriffen wurden. Ab 1795 litt S. unter den Lasten der Revolutionskriege. 1803 erfolgte die Säkularisation der Reichsabtei, die in den Besitz des Hauses Baden überging und fortan als Schloss und Verwaltungssitz diente. 1920 wurde in den Klostergebäuden die Privatschule Schloss S. gegründet, 1980-2002 die gesamte Anlage schrittweise renoviert. 2009 gingen die Schlossanlage und die Kunstgüter für rund 58 Mio. Euro an das Bundesland Baden-Württemberg über.

Quellen und Literatur

  • W. Rösener, Reichsabtei S., 1974
  • HS III/3, 341-375
  • S., hg. von R. Schneider, 1984
  • U. Knapp, S., 2004
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