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Seprio

In langobard. Zeit geschaffenes Verwaltungsgebiet (iudiciaria) zwischen Langensee, Comersee und den Flüssen Tessin und Seveso. Es unterstand einem königl. Richter, der in der Stadtburg von Sibrium (Castelseprio) residierte. Nach der fränk. Eroberung der Lombardei wurde es von karoling. Beamten, den Grafen, regiert und Grafschaft (comitatus) genannt. Die Quellen aus langobard. Zeit belegen nur die Zugehörigkeit von Campione zur iudiciaria, während nach den Quellen aus dem 9. bis zum 11. Jh. die Grafschaft S. das ganze Sottoceneri umfasste und bis an die Stadtgrenzen von Como und Mailand reichte. Das Gebiet des Sottoceneri schied 1185 endgültig aus der Grafschaft aus, als Ks. Friedrich I. die Zugehörigkeit der restl. Gebiete zu Mailand anerkannte. Während der nachfolgenden Machtkämpfe in der Lombardei wurde Castelseprio 1287 erobert und auf Befehl des Mailänder Ebf. Ottone Visconti zerstört. Die ganze Grafschaft geriet danach in den Einflussbereich der Fam. Visconti. Im SpätMA und in der frühen Neuzeit war sie ein Bezirk des Mailänder Staats.

Quellen und Literatur

  • Schaefer, Sottocenere
  • G.P. Bognetti et al., Santa Maria di Castelseprio, 1948