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Stockach

Stadt im östl. Hegau im dt. Bundesland Baden-Württemberg mit 16'628 Einwohnern im Jahr 2011. Als ma. Rodungsort an der Aach (Siedlungsfunde), am Schnittpunkt überregionaler Verkehrswege, entwickelte sich im Schutz der Nellenburg eine Siedlung, die um 1150 (stocka) erstmals erwähnt wird, während die Pfarrei mit der nellenburg. Patronatskirche St. Oswald Anfang des 13. Jh. erstmals bezeugt ist. Um 1250 verlieh Gf. Mangold II. von Nellenburg-Veringen S. die Stadtrechte (1283 civitas). Im 14. und 15. Jh. war S. Tagungsort des Landgerichts im Hegau und Madach, nach dem Verkauf an Österreich 1465 Verwaltungszentrum der Landgrafschaft Nellenburg. Im Schwabenkrieg 1499 wurde die Stadt von eidg. Truppen vergeblich belagert, woran der bis ins 21. Jh. begangene sog. Schweizerfeiertag erinnert. Vom 16. Jh. an war S. eine wichtige internat. Poststation. Im Span. Erbfolgekrieg 1704 wurde die Stadt zerstört. 1799 fand die Schlacht bei S. statt. 1806 kam S. an Württemberg, 1810 an Baden. S. kennt ein traditionsreiches Fastnachtsbrauchtum mit Narrengericht (1351).

Quellen und Literatur

  • H. Wagner, Aus S.s Vergangenheit, 1967
  • F. Meyer, Auf Schritt und Tritt, 2004
  • H. Rathke, S. im Zeitalter der Weltkriege, 2004
  • J. Hald, «Hochma. Siedlungsspuren am Fusse der Stockacher Oberstadt», in Archäolog. Ausgrabungen in Baden-Württemberg, 2009, 197-200

Zitiervorschlag

Meyer, Fredy: "Stockach", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 29.05.2012. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/007120/2012-05-29/, konsultiert am 10.05.2021.