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Waldshut

Stadt am Hochrhein, seit 1975 mit Tiengen Teil der Gr. Kreisstadt W.-Tiengen im Landkreis W. im dt. Bundesland Baden-Württemberg. 1256 Waldishuote. 2010 23'013 Einwohner in W.-Tiengen, davon 10'156 in W.

W. ist eine Gründung der Habsburger und war mit Laufenburg, Rheinfelden und Säckingen eine der Waldstädte, die ab Mitte des 15. Jh. eine vorderösterr. Verwaltungseinheit bildeten. Wohl schon im HochMA bestand eine Fährverbindung über den Rhein nach Jüppen (Gem. Full-Reuenthal). Im Sommer 1468 wurde die Stadt von den Eidgenossen belagert (Waldshuterkrieg). Im Schwabenkrieg diente W. 1499 als Basis der kaiserl. Truppen gegen die Eidgenossen. Unter Balthasar Hubmaier, der 1521-25 zunächst als Anhänger Zwinglis, dann als Täufer in W. wirkte, unterstützte die Stadt die aufständ. Bauern im Klettgau und Südschwarzwald. Am 5.12.1525 nahmen Habsburger Truppen W. ein und beendeten die Reformation. 1377 schenkten die Hzg. von Österreich den Kirchensatz der unteren Pfarrkirche dem Kloster Königsfelden; 1378 wurde auch die obere Pfarrkirche demselben Kloster inkorporiert. Als Rechtsnachfolger des Klosters seit der Reformation 1528 verkaufte der Rat von Bern 1684 den Kirchensatz der inzwischen nur noch mit der oberen Kirche verbundenen Stadtpfarrei an das Kloster St. Blasien. 1859 wurde die Eisenbahnlinie W.-Koblenz-Turgi als erste grenzüberschreitende Bahnverbindung über den Hochrhein eröffnet, 1932 folgte die Strassenbrücke nach Koblenz. Im Laufe der Industrialisierung liessen sich einige schweiz. Firmen in W. nieder, als wichtigste eine Tochtergesellschaft der Lonza AG (1913 gegr., 1993 stillgelegt). Das Werk lieferte im 2. Weltkrieg ca. 7% des in Deutschland produzierten synthet. Stickstoffs. Am 8.9.1942 kam es in W. zu einem geheimen Treffen von Roger Masson, Chef des schweiz. Nachrichtendiensts, mit dem SS-General Walter Schellenberg. Zu Beginn des 21. Jh. war W. mit seiner autofreien Innenstadt ein beliebtes Ziel schweiz. Tagestouristen. Umgekehrt pendelten ca. 24% der Erwerbstätigen von W.-Tiengen als Grenzgänger in die Schweiz.

Quellen und Literatur

  • Gesch. der Stadt W., 3 Bde., 1999-2009
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