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AloisReding

6.3.1765 Schwyz, 5.2.1818 Schwyz, katholisch, von Schwyz. Sohn des Theodor Anton, Oberstleutnant in spanischen Diensten, und der Magdalena Freuler. Enkel des Johann Jodocus Fridolin Freuler. 1) 1796 Louise Bachmann, Tochter des Jost, 2) 1805 Franziska Roggenstiel, Tochter des Jost Anton. 1781 zog Alois Reding zu seinen Brüdern Theodor (->) und Nazar (->) in spanische Dienste, nahm 1782 an der Eroberung der Festung San Felipe auf Menorca und 1793-1794 an den Kämpfen gegen die Franzosen in Nordspanien teil.

1794 kehrte er als Oberstleutnant nach Schwyz zurück, wurde 1796 Landeshauptmann und mit der Neuorganisation des schwyzerischen Wehrwesens beauftragt. Als Kommandant des Schwyzer Hilfskorps erlebte Reding am 5. März 1798 den Untergang Berns. Bei der Innerschweizer Offensive gegen die Helvetische Republik Ende April 1798 nahm er Luzern ein, musste seine Truppen jedoch zurückziehen und unter widrigsten Umständen den schwyzerischen Abwehrkampf gegen die Franzosen führen; sein Name blieb mit dem Sieg der Schwyzer bei Rothenthurm vom 2. Mai 1798 verbunden. Nach der Kapitulation von Schwyz widmete er sich unter anderem der Betreuung von Kriegswaisen, der Hebung des Schulunterrichts und der innern Organisation des Landes. Am Menzinger Hirtenhemmliaufstand vom April 1799 unbeteiligt, wurde Reding gleichwohl verhaftet und auf der Festung Aarburg gefangen gehalten.

Abschied vom Vater. Historienbild zum Jahr 1798 von August Weckesser, 1872 (Kunst Museum Winterthur, Inv. 161) © Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft, Zürich, Lutz Hartmann.
Abschied vom Vater. Historienbild zum Jahr 1798 von August Weckesser, 1872 (Kunst Museum Winterthur, Inv. 161) © Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft, Zürich, Lutz Hartmann. […]

Bei den Verfassungskämpfen in der Helvetischen Republik berief ihn der aus einem Staatsstreich hervorgegangene Senat Ende Oktober 1801 als Ersten Landammann an die Spitze des Kleinen Rates. Integer, aber politisch wenig erfahren, versuchte Reding bei Napoleon I. die Abtrennung des Wallis von der Eidgenossenschaft zu verhindern, die föderalistischen Bestrebungen zu fördern und mit Österreich und Preussen Verbindung aufzunehmen. Am 17. April 1802 wurde er von den Unitariern gestürzt. Als die französischen Truppen im Sommer 1802 abgezogen wurden, gehörte Reding zu den führenden Köpfen des Aufstands gegen die Helvetische Republik. Nach dem erneuten Einmarsch der Franzosen in die Schweiz wurde er wiederum mehrere Monate gefangen gesetzt. Trotz etlicher Anerbieten lehnte Reding in der Folge schweizerische Ämter und Ehrenstellen ab, stand aber 1803-1805 und 1809-1811 als Landammann, als Tagsatzungsgesandter und ab 1803 als Pannerherr an der Spitze seines Heimatskantons. 1813 liess er sich zu diplomatischen Aufgaben bei den Alliierten bewegen; seiner Absicht, die Neutralität der Schweiz zu bewahren, war kein Erfolg beschieden. Die Erhebung des in der engeren Heimat zunehmend angefeindeten Mannes in den erblichen französischen Grafenstand erfolgte wenige Wochen vor seinem vom Volk tief betrauerten Tod.

Quellen und Literatur

  • StASZ, FamA
  • H.A. Wyss, «Alois Reding, Landeshauptmann von Schwyz und erster Landammann der Helvetik», in Gfr. 91, 1936, 157-298
  • A. de Mestral, Aloys von Reding, 1765-1818, 1945
  • E. Züger, Alois Reding und das Ende der Helvetik, 1977
  • J. Wiget, Von Haudegen und Staatsmännern, 2007
Weblinks
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VIAF

Zitiervorschlag

Josef Wiget: "Reding, Alois", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 10.08.2010. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/007276/2010-08-10/, konsultiert am 13.08.2022.