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UlrichZehnder

20.1.1798 Oberengstringen, 11.7.1877 Zürich, reformiert, von Oberengstringen. Sohn des Daniel, Tischlers, und der Elisabeth Notz. 1) 1821 Anna Maria Magdalena Nabholz, Tochter des Friedrich Ludwig, Bürstenbinders, 2) 1858 Josephine Stadlin. 1814-1817 Ausbildung zum Chirurgen in Zürich, 1817-1821 Medizinstudium in Zürich und Würzburg, 1821 Staatsexamen, 1824 Doktorat. Ab 1822 Arzt in Zürich. 1832-1839 und 1842-1869 Zürcher Grossrat (1844, 1850, 1863 Präsident), 1834-1839 und 1843-1866 auch Regierungsrat sowie 1834-1839 und 1843-1849 Erziehungsrat (1845-1849 Präsident). 1844-1866 als erster Vertreter der Landschaft Zürcher Bürgermeister bzw. ab 1850 Regierungspräsident. Der liberale Politiker und gewandte Volksredner Ulrich Zehnder schuf als Regierungsrat 1836 ein Armengesetz, 1854 ein Medizinalgesetz und regte unter anderem die Gründung der Kantonalen Irrenanstalt Burghölzli (1864 Grossratsbeschluss) an. Als Zürcher Tagsatzungsgesandter 1836, 1846 und 1848 hatte er einen bedeutenden Anteil an der Entstehung der Bundesverfassung. Die demokratische Bewegung blieb ihm fremd, obwohl er sich stets sozialpolitisch engagierte, unter anderem ab 1835 als Mitglied der Gemeinnützigen Gesellschaft des Kantons Zürich (1853-1861 Präsident) und der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft (1853-1875 Zentralpräsident) sowie 1867-1870 als Redaktor der "Schweizerischen Zeitschrift für Gemeinnützigkeit".

Quellen und Literatur

  • S.G. Schmid, Die Zürcher Kantonsregierung seit 1803, 2003, v.a. 336 f.
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Zitiervorschlag

Beatrice Schumacher: "Zehnder, Ulrich", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 03.02.2014. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/007329/2014-02-03/, konsultiert am 31.01.2023.