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Ludwig MariaKeyser

Keyser als Nidwaldner Landammann, um 1814. Ölbildnis eines unbekannten Malers (Nidwaldner Museum, Stans).
Keyser als Nidwaldner Landammann, um 1814. Ölbildnis eines unbekannten Malers (Nidwaldner Museum, Stans).

2.2.1765 Stans, 28.2.1840 Stans, kath., von Stans. Sohn des Kaspar Remigi (->). 1799 Aloisia Achermann, Tochter des Melchior Fidel, Landesfähnrichs und Hauptmanns in franz. Diensten. Ausbildung in Luzern, Mailand, Modena und Pavia. K. betätigte sich als Autor und Dichter und wurde 1785 zum Führer der aufgeklärten Patriotenpartei. Er gehörte der Helvet.-militär. Gesellschaft und der aristokrat. Fasnachtsgesellschaft Unüberwindlicher Gr. Rat von Stans an. 1793-98 war er Offizier im span. Schweizer Regiment Jann, wurde aber 1798 wegen einer unbewilligten Heirat der Funktion enthoben. 1798-99 wirkte er als helvet. Unterstatthalter des Distriktes Stans, 1802-03 als Kantonsstatthalter, 1803 als Delegierter an der Consulta in Paris. Während der Mediation amtierte er 1803 als Ratsherr, 1811 als Polizeidirektor und 1813 als stillstehender Landammann. 1814-38 übte er im Vierjahresturnus das Amt des regierenden Landammanns aus, 1822-40 dasjenige des Pannerherrn.

Als Verfechter der Aufklärung brachte K. der Revolution in Frankreich grosse Sympathien entgegen und engagierte sich nach seiner Rückkehr aus span. Diensten ab 1798 in der helvet. Staatsorganisation. Seine präzise Umsetzung der franz. ordre machte ihn beim Nidwaldner Volk unbeliebt. Mehrmals wurde K. an Leib und Leben bedroht und nach dem Schreckenstag vom 9.9.1798 stigmatisiert. Dem "enthusiastischen Freund der Helvetik" (Robert Durrer) gelang nach dem polit. Umschwung dank "Witz und blendender Beredsamkeit" (Peter Beck) aber der Einstieg in die höheren Landesämter, wofür er - namentlich zu Beginn der Restauration - opportunistisch die Seiten zwischen eidg. Integration und Separation wechselte.

Quellen und Literatur

  • Arnold von Winkelried oder die Schlacht bei Sempach, 1791
  • Denkschrift des Kt. Unterwalden Nid dem Wald an alle höheren eidg. Stände über die Einverleibung Engelbergs mit dem Kt. Unterwalden Ob dem Wald, 1816
  • R. Durrer, «Distriktsstatthalter Ludwig Kaiser», in Nidwalden vor hundert Jahren, 1898, 69-74
  • R. Durrer, «Die Unruhen in Nidwalden nach dem Sturze der Mediationsverfassung und der Übergang Engelbergs an Obwalden», in JSG 28, 1903, 88-244
  • P. Beck, Franz Niklaus Zelger, sein Aufstieg zum Landammann-Amt, 1951
  • P. Beck, Franz Niklaus Zelger als Landammann, 1961
  • Nidwalden 1798, 1998
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