de fr it

Schächental

Seitental im Kanton Uri, das von der Reussebene in östlicher Richtung bis zum Klausenpass auf 1948 m Höhe verläuft und vom Schächenbach entwässert wird. 1290 Schechental.

Das Schächental umfasste bis 1850 nur den höher gelegenen Teil hinter dem Gangbach mit Spiringen, Unterschächen und den dazugehörigen Streusiedlungen, seither wird auch das am Taleingang gelegene Bürglen dazu gezählt. 1290 gründeten die Schächentaler eine neue Kirchgenossenschaft, indem sie in Spiringen eine Kirche als Filiale von Bürglen stifteten. Die Zehnten gehörten dem Zürcher Fraumünster. Um 1300 waren Rodung und Landesausbau weitgehend abgeschlossen. Das Fraumünster verfügte über einige wenige grundherrliche Güter und Rechte; daneben bestanden viele bäuerliche Eigengüter im Schächental. Die frühe Nutzung der Alpen über die Wasserscheide hinaus machte 1196 die Grenzregulierung mit Glarus auf dem Urnerboden und 1350 diejenige mit Schwyz im Bisisthal nötig. Im 13.-18. Jahrhundert stellte die bäuerliche Oberschicht aus dem Schächental immer wieder hohe Landesbeamte. Das Tal zählte 1743 1741 Einwohner. Im hinteren Schächental war die Bevölkerungszahl ab 1900 stagnierend, in Bürglen stark wachsend. Ab 1877 durften Ziegenbauern von Spiringen ohne eigene Heimwesen ganzjährig im Urnerboden wohnen. Seit dem 19. Jahrhundert ist das Schächental von einer starken Abwanderung vor allem ins industrialisierte Glarnerland betroffen. Ab 1900 kam mit der Eröffnung der Klausenstrasse etwas Tourismus auf.

Quellen und Literatur

  • Das Schächental, [1983]
  • H. Stadler-Planzer, A. Herger, Spiringen, 1991
Von der Redaktion ergänzt
Weblinks
Normdateien
GND
Systematik
Umwelt / Tal

Zitiervorschlag

Hans Stadler: "Schächental", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 14.12.2011. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/007468/2011-12-14/, konsultiert am 12.06.2024.