de fr it

Amsteg

Siedlung in der politischen Gemeinde Silenen UR. Strassendorf am Gotthardweg und Brückenort am Chärstelenbach sowie an der Reuss. Um 1280 Stege, romanisch früher La Punt. Um 1900 ca. 325 Einwohner; 1990 603.

Bronzezeitliche Siedlung und mittelalterlicher Turm auf dem Hügel Zwing-Uri. Nachgewiesen ist unter anderem mittelalterlicher Grundbesitz des Zürcher Fraumünsters. Eine Kapelle Heiliges Kreuz auf dem Raindli ist 1504 erwähnt; 1807 erfolgte die Erhebung zur Kaplanei, 1859-1861 der Neubau von Kirche und Pfrundhaus, 1903 die Abkurung von Silenen. Zur neu geschaffenen Kirchgemeinde gehören auch die Weiler Ried und Intschi mit eigenen Kapellen. Die gewerbliche Harzbrennerei reicht ins 14. Jahrhundert zurück. Vom ausgehenden Mittelalter bis 1753 wurde in einer Schmiede Eisen aus dem Maderanertal verarbeitet. Im 18. Jahrhundert löste Amsteg das "Dörfli" in Silenen als Etappenort im Waren- und Personenverkehr über den Gotthard ab. Um 1850 bestand eine Tuchfärberei. Mit der Eröffnung der Gotthardbahn (1882) setzte ein wirtschaftlicher Niedergang ein. Neue Impulse brachten der Bau der Bristenstrasse (1910-1912), das Kraftwerk Arni (1910), das SBB-Kraftwerk (1918-1922) und das Eidgenössische Zeughaus (1943). Amsteg ist im Gemeinderat von Silenen und im Urner Landrat nach alter Gewohnheit mit mindestens einer Person vertreten.

Quellen und Literatur

  • L. Lussmann, Silenen–Amsteg–Bristen, 1991
Von der Redaktion ergänzt
Weblinks
Normdateien
GND

Zitiervorschlag

Hans Stadler: "Amsteg", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 09.07.2001. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/007470/2001-07-09/, konsultiert am 30.05.2024.