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Göscheneralp

Teil der polit. Gem. Göschenen UR. Siedlung zuhinterst im Göscheneralptal, ursprünglich aus den Weilern G. und Gwüest bestehend. 1631 Göschiner Alp, 1708 Gestiner Alpen. 1811 4 Häuser im Gwüest, 5 Häuser in der G.; um 1867 70 Einw.; 1936 20-30 im Gwüest; 1954 12-14 Fam.; 1960 286 Einw.; 1990 41. 1733 wurde in der G. die Kapelle St. Josef (seit 1861 Sieben Schmerzen Mariae) als Filiale der Pfarrkirche von Wassen gebaut. Seit 1875 gehört das Gotteshaus zur Pfarrei Göschenen. 1910 erfolgte der Kapellenneubau und die Errichtung eines Friedhofs. Die Kuratkaplanei bestand schon um 1742, der Kaplan war zugleich Lehrer. Die Einwohner bildeten eine Alpgenossenschaft mit Alpvogt, Rechnungsführer und Knechten. Die Nutzungsgrenzen gegenüber Göschenen wurden 1693 gezogen. Bis gegen 1900 betrieben die Einwohner in bescheidenem Ausmass auch Getreidebau. Nebenverdienst boten Kristallhandel und seit der 2. Hälfte des 19. Jh. auch Tourismus und Alpinismus (1893 Eröffnung eines Hotels in der G.). 1952-55 wurde die Fahrstrasse nach Göschenen, 1955-62 der Stausee und das Kraftwerk Göschenen gebaut. Der Weiler G. versank im Stausee, die verbleibenden Fam. erhielten Wohnhäuser im Gwüest, wo auch die Kapelle neu errichtet wurde.

Quellen und Literatur

  • G. Binder, Das Göscheneralptal, 1954
  • H. Nünlist, Aus vergangenen Tagen der G., 1967
  • E. Muheim, Das Lebensbild einer Gem., 1975
  • G. Kaufmann, Hinteralp und Gwüest, 1998
  • G. Kaufmann, P. Roubik, «Das erste Urbar der Kaplanei G. von 1740», in Gfr. 153, 2000, 259-284
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