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Kägiswil

Bezirksgemeinde der politischen Gemeinde Sarnen OW, auf einer Schwemmlandebene westlich der Sarneraa und nördlich des Dorfes Sarnen am Verkehrsweg über den Brünig. Weiler Kreuzstrasse in der Ebene, Streusiedlung Schwarzenberg auf Terrasse (700 m). 1257 Kegenswile. 1900 435 Einwohner; 1966 842; 1991 1074; 2001 1207.

Mitte des 13. Jahrhunderts habsburgische, im frühen 14. Jahrhundert Engelberger Güter. Im 15. Jahrhundert Besitz des Stifts Beromünster und der Luzerner Familie von Gundoldingen, daneben lokale Eigengüter (von Kägiswil, von Schwarzenberg, Russ, Rüdli). Kapelle 1455 erwähnt, 1459 Weihe der renovierten Bartholomäuskapelle, 1800 Brand und Wiederaufbau. 1968 Einweihung der modernen Kirche in der Nähe der abgebrochenen alten Kapelle, seit 1971 Pfarrei. Die Teilsame (Korporation) Kägisiwil gewann mit der zunehmenden Weidewirtschaft im 14. bis 15. Jahrhundert an Bedeutung. 1879 Gründung der Bezirksgemeinde, als erstmals Teiler (Korporationsbürger) und Beisassen (Niedergelassene) zur gemeinsamen Verhandlung über die Sanierung des Schullokals zusammenkamen. 1931 Organisationsstatut, 1981 Bezirksgemeindehaus. Die Bezirksgemeinden waren in den Bereichen Baupolizei, Strassen-, Kanalisations-, Beleuchtungswesen, Wasserversorgung und Kehrichtbeseitigung selbstständig. 2003 sind sie in die Einwohnergemeinde Sarnen integriert worden. 1957 Stau der Sarneraa zum Wichelsee zwecks Energiegewinnung, heute Landschaft von nationaler Bedeutung. 1989 Aufhebung der Bahnstation Kerns-Kägiswil, seither Busverbindung nach Sarnen und Alpnach. Die Wirtschaftsstruktur hat sich seit 1960 – parallel zur Siedlungsentwicklung in der Ebene – markant verändert; der 1. Sektor verlor, der 2. gewann an Bedeutung. Ein wichtiger Arbeitgeber ist die Firma Leister (gegründet 1949 in Solingen), die 1963 in Kägiswil eine Filiale eröffnete. Heute stellt das Unternehmen (seit 1999 Hauptsitz in Sarnen) Heissluftanlagen, Schweissgeräte sowie Lasersysteme zur Kunststoffverarbeitung und Mikrooptiken her und ist weltweit tätig. Wegpendler vor allem nach Sarnen, Alpnach und in die Agglomeration Luzern.

Quellen und Literatur

  • J.M. Galliker, «Der Werdegang des Wappens von Kägiswil», in Archivum Heraldicum 94, 1980, 37-40
  • E. Berchtold, Heimatkunde Obwalden, 1981
  • R. Bürger, Landschaftsschutz in Obwalden, 1986
  • D. Rogger, Obwaldner Landwirtschaft im SpätMA, 1989
Weblinks
Normdateien
GND

Zitiervorschlag

Edy von Wyl: "Kägiswil", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 18.07.2007. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/007489/2007-07-18/, konsultiert am 18.07.2024.