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Landenberg

L. ist der populäre Name des Burghügels oberhalb des Dorfes Sarnen OW. Als Lokalname tritt er erst im 17. Jh. auf. Man brachte offenbar damals die im "Weissen Buch von Sarnen" erw. Vertreibung des Vogtes L. mit der oberen Burg auf dem L. in Verbindung und nicht mehr mit der 1285 erbauten unteren Burg, dem Hexenturm. In welcher Beziehung die Fam. von L. zur Burg auf dem L. stand, ist nicht geklärt.

Die Burg auf dem L. wurde zu Beginn des 11. Jh. erbaut, wohl auf Veranlassung der Gf. von Lenzburg. Mit ihrer weiten Umfassungsmauer (teilweise heute noch erhalten) war sie der Mittelpunkt des Lenzburger Grundbesitzes in Obwalden. Nach dem Aussterben der Lenzburger (1178) verlor die Burg an Bedeutung und wurde um 1210 aufgelassen, so dass sie zur Zeit der Entstehung der Eidgenossenschaft keine Rolle mehr spielen konnte. Seit 1620 steht das 1752 nach einem Brand erneuerte Schützenhaus auf dem L. 1710-11 wurde daselbst das Zeughaus erbaut. 1646-1997 fand die Landsgemeinde meist auf diesem Platz statt.

Quellen und Literatur

  • J. Obrecht, «Die Ausgrabungen auf dem L. ob Sarnen», in W. Meyer et al., Die bösen Türnli, 1984, 143-179
  • A. Garovi, «Die Burgen von Sarnen», in Schauplätze der Schweizer Gesch., hg. von M. Mittler, 1987, 32-35