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Melchsee-Frutt

Siedlung in der polit. Gem. Kerns OW, bis ungefähr 1960 unter den Einzelnamen Frutt, Melchsee oder Wildi bekannt. M. umfasst mehrere Alpen (Aa, Melchsee, Tannen) auf 1850-2100 m. Die lockere Streusiedlung von Alp- und Klubhütten mit einer Verdichtung am Nordufer des Melchsees wird temporär genutzt. 1173 im Schirmbrief von Ks. Friedrich I. Barbarossa erstmals erwähnt, wechselten die Alprechte oft ihren Besitzer, so 1367 vom Stift Beromünster zum Kloster Engelberg, von diesem 1370 teilweise zu Ulrich Rüdli, Kirchherr von Kerns, und 1464 zu den Kirchgenossen von Kerns. Ab 1415 wurde auf Erzegg zeitweilig Eisenerz gefördert. Mit dem Ausbau der sog. Frutthütten und dem Kurhausbau von 1863 durch Joseph Anton Egger begann der Sommertourismus. 1883 folgten der Strassenanschluss und die Pferdepostverbindung. Die erste Luftseilbahn 1937 erschloss M. nun auch im Winter. 1951 entstand der erste Skilift an der Erzegg. Der Kraftwerkbau des späteren Elektrizitätswerks Obwalden und die Aufstauung von Melch- und Tannensee 1955, der Neubau der Luftseilbahn 1957 sowie deren Umwandlung in eine Gondelbahn 1976 erhöhten die Anziehungskraft. Es bildete sich ein kleines Feriendorf.

Quellen und Literatur

  • J. Reinhard-Burri, 100 Jahre M., 1966

Zitiervorschlag

Rohrer, Martin: "Melchsee-Frutt", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 23.10.2008. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/007495/2008-10-23/, konsultiert am 25.10.2020.