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HabsburgVogtei

Ehem. Vogtei im Amt Luzern-Land. Namengebend wurde die habsburg. Feste Neu-H. (Gem. Meggen). Sie wird 1244 erstmals erwähnt, als Landgraf Rudolf I. von H.-Laufenburg den Burghügel der nova Habesburch an das Kloster Fraumünster in Zürich verlieh, diesen dann aber gegen einen jährl. Wachszins wieder zu Erblehen nahm. Um 1306 erscheint in den Quellen erstmals das Amt H. (officium castri Habsburg extra lacus). Es umfasste habsburg. Eigengut, freie Höfe sowie die Murbacher Ding- und Meierhöfe Lippertswil (mit dem Kelnhof Küssnacht und Immensee) und Adligenswil (mit Kirchenpatronat), wobei im letzteren Fall das Gericht im Amt Rothenburg verblieb. Weiter gehörten das ehem. Murbacher Lehen Meggen(-Oberdorf), die um 1300 bereits verlassene Burgstelle Meggenhorn, Greppen, Kehrsiten (1378 zu Nidwalden), der 1273 erworbene obere Hof Arth mit Steinen, das Frevelgericht im niederen Hof, die Gerichte in Ober-Buonas, Meierskappel und Holzhäusern sowie der Pfäferser Besitz in Weggis dazu. Auch Honau und Gisikon waren ihm wohl von jeher unterstellt. Die Feste Neu-H. war nur kurzfristig Verwaltungssitz, da sie 1352 von Luzern zerstört und nicht mehr aufgebaut wurde. Das Amt H. wurde 1358/65 an Rutschman von Hallwyl verpfändet und gelangte als Pfand 1365 an Walter von Langnau, 1370 an Walter von Tottikon und 1391 an die Fam. Hunwil. Dank dieser Weitergabe unter Luzerner Bürgern kam es in den Machtbereich der Stadt, die es 1406 kaufte. Luzern übernahm die Amtsstruktur als Vogtei bzw. Landvogtei, auch Grafschaft genannt, und unterstellte ihr vor 1415 die Vogteien Adligenswil und Root. Hingegen behauptete Schwyz schon zu Beginn des 14. Jh. in Arth und 1383/89 in Küssnacht, Immensee und Haltikon die Rechte. Im Raum Gisikon-Honau und am Chiemen kam es im 15. Jh. zwischen Luzern und Zug zu Konflikten um Hoheitsrechte (Schiedsgerichte 1423, 1502). 1814-1913 bestand das Amt als Gerichtsbezirk mit Gerichtssitz in Udligenswil fort und erstreckte sich über die Gem. zwischen den Seen und der Reuss. Im regionalpolit. Bewusstsein lebt der Amtsname H. fort.

Quellen und Literatur

  • A.P. Segesser, Rechtsgesch. der Stadt und Republik Luzern 1, 1851-58 (Neudr. 1974)
  • F. Glauser, J.J. Siegrist, Die Luzerner Pfarreien und Landvogteien, 1977
  • F. Glauser, «Luzern und die Herrschaft Österreich 1326-1336», in Luzern und die Eidgenossenschaft, 1982, 9-135
  • G.P. Marchal, Sempach 1386, 1986