de fr it

CossonayKastlanei, Bezirk

Vom 11. Jh. bis Anfang des 15. Jh. war C. eine der bedeutendsten weltl. Herrschaften der Waadt. Die Herren von C. trugen den Titel eines Barons. Die Herrschaft umfasste Allens, Bournens, Boussens, Dizy, Gollion, Ittens, La Chaux, Penthalaz, Penthaz, Senarclens und Sullens. Die Barone von C. hatten auch versch. Rechte in einem Dutzend weiterer Orte in der Region inne. Zudem unterstanden ihnen zahlreiche ausserhalb der Freiherrschaft gelegene Adelslehen. Als 1406 Johanna, die letzte Erbin des Geschlechts der C., kinderlos starb, beanspruchten die Gf. von Savoyen das vakante Lehen C. Sie erlangten dieses spätestens 1421 und machten es zu einer Kastlanei. 1536 fiel die savoy. Kastlanei an Bern und wurde dem Vogt von Morges direkt unterstellt. Zusammen mit Grancy, Gollion, Lussery und Villars-Lussery bildete C. eines der sieben zivilen und militär. "Departemente" der Vogtei. Die Kastlanei und ihr Gericht wurden auf die Stadt C. und das Dorf Penthalaz reduziert. 1798 wurde der Bezirk geschaffen, der sich aus den "Departementen" C. und Montricher sowie der Baronie La Sarraz und Mex (in der früheren Vogtei Orbe-Echallens) zusammensetzte. 1803 kamen Bettens und Boussens dazu, doch musste La Praz an den Bez. Orbe abgetreten werden. Seit 1999 besteht der Bezirk, der sich in die vier Kreise C., L'Isle, La Sarraz und Sullens gliedert, aus 32 Gemeinden. Er erstreckt sich von den Plateaus des Tals der Venoge, des Hauptflusses des Bezirks (mit dem Nebenfluss Veyron), bis zu den Juraketten und zum Gros-de-Vaud. Bezirkshauptort ist seit 1798 die Stadt C. Anfang des 19. Jh. zählte der Bezirk etwas über 8'000 Einwohner. 1850-1970 veränderte sich die Bevölkerungszahl kaum (1850 11'711 Einw.; 1970 12'508), im ausgehenden 20. Jh. nahm sie hingegen stark zu (2000 20'676). Die Region ist vom Getreidebau (daher die Grands Moulins von C.) und der Viehzucht geprägt. Erst mit der Eröffnung der Eisenbahnlinie Jura-Simplon im Jahr 1870 setzte die Industrialisierung ein (ab 1898 Kabelwerke von C., ab 1953 Zementfabrik Eclépens).

Quellen und Literatur

  • Le district de C., [1984]