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Sainte-CroixKastlanei

Ab 1317 Herrschaft, 1407-1536 savoy. Kastlanei, 1536-1798 bern. Kastlanei in der Landvogtei Yverdon. 1317 schuf Peter II. von Grandson die Herrschaft S. und liess eine Burg bauen (heute Place du Château). Sein Rivale Gf. Hugo I. von Chalon-Arlay, Beherrscher des benachbarten Jougne-Passes, errichtete seinerseits die Burg Franc Castel im Hinblick auf einen Wegzoll. 1393 entzog Savoyen nach dem Prozess um den Tod von Amadeus VII. von Savoyen die Herrschaft S. Otto III. von Grandson. Dessen Sohn Wilhelm von Grandson leistete Widerstand, führte mit Hilfe der Bewohner von S. in der nördl. Waadt einen Kleinkrieg und verteidigte dafür die Burg S. gegen die Angriffe der Truppen Rudolfs von Greyerz, die von Waadtländer Städten finanziert wurden. Kurz nach dem Tod Ottos III. von Grandson 1397 wurde die Burg und Herrschaft S. von Savoyen eingezogen und an Luquin de Saluces verliehen. Ab 1407 unterstand sie direkt den Gf. von Savoyen und wurde als Kastlanei eingerichtet. 1470-78 ging diese an die Herzogin Jolanda von Savoyen. Während der Burgunderkriege wurde die Burg in S. 1475 verstärkt, aber von eidg. Truppen ein Jahr später eingeäschert. 1478-1536 verblieb S. als direkt unterstellte Kastlanei bei Savoyen. Diese Unmittelbarkeit gab S. das Recht, als bonne ville Abgeordnete an die Waadtländer Landstände zu entsenden. Nach der Eroberung der Waadt durch Bern 1536 wurde die Burg Franc Castel als Enklave innerhalb der Kastlanei S. geschleift. Unter der Berner Herrschaft bildete die Kastlanei S. einen Teil der Landvogtei Yverdon. Sie besass zwei Gerichte: eines für S. und Bullet mit acht Richtern von S. und vier von Bullet sowie eines für Vuitebœuf und Peney. 1798 wurde die Kastlanei dem Bez. Grandson zugeteilt.

Quellen und Literatur

  • D. Tappy, Les Etats de Vaud, 1988, 154, 468 f.
  • La Maison de Savoie en Pays de Vaud, Ausstellungskat. Lausanne, 1990, 208 f.