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Saint-Martin-du-Chêne

Die ab Anfang des 12. Jh. belegte Herrschaft, deren Namen auf den befestigten und von einer Burg geschützten Ort (vor 1550 aufgegeben) in der Gem. Molondin zurückgeht, umfasste Arrissoules, Bioley-Magnoux, Champtauroz, Chavannes-le-Chêne, Chêne-Pâquier, Cronay, Molondin, Rovray, Vuissens und Teile von Yvonand. Die Pfarrei zählte 1416 50 Feuerstätten, 1453 30. Die Kirche unterstand schon vor 1140 dem Priorat Lutry; sie bestand bis 1667, als sie durch die neue Pfarrkirche von Le Pâquier abgelöst wurde (Gem. Chêne-Pâquier). Die Herren de Saint-Martin sind erstmals mit Wiard belegt, der zwischen 1107 und 1113 eine Schenkung an das Priorat Saint-Sulpice (VD) bezeugte. Pierre de Saint-Martin, ein Sohn von Richard I. und Perrette von Grandson, huldigte Berthold von Neuenburg, Bf. von Lausanne; sein Sohn Richard II. tat dies 1244 gegenüber Gf. Peter II. von Savoyen; 1241 standen die Herren von Stäffis in einem Dienstverhältnis zur Adelsfamilie de Saint-Martin, die gegen 1400 ausstarb. Nach drei Aufteilungen (Bioley-Magnoux, Cronay und Molondin) im 13. und 14. Jh. sowie 1303 mit der Umwandlung in eine Mitherrschaft folgte ein starker Niedergang. Daraus entstanden zwei Lehensherrschaften. Der eine Teil (de Brandis) gelangte nacheinander an die de Vucherens, von Stäffis (1360), de Billens (vor 1428), de Champion (1471), de Pesmes (1499), de Montmayeur (1531) und de Hennezel (1612); der andere Teil (de Hennezel et Masset) an die Vernay (um 1400), d'Allinges (um 1440), de Cojonnex (1514), Ravier (zwischen 1542 und 1545), d'Arnex (1555) sowie de Hennezel und Masset (1592). 1560 erhielt die Herrschaft das Recht zur Schaffung eines Konsistoriums. 1656 vereinigte die Fam. de Hennezel den Besitz wieder in ihrer Hand. Den Sitz verlegte sie von der Burg S., die im Febr. 1536 von den bern. Truppen verschont worden war, ins Schloss nach Chavannes-le-Chêne. Von der Burg S. blieb der 1961 restaurierte Bergfried erhalten. Durch Heirat gelangte S. um 1712 an Albert Müller, den Sohn des Herrn von Marnand und zukünftigen Vogts von Nidau. 1752 verkauften seine Erben die Herrschaft an Bern.

Quellen und Literatur

  • ACV, Nachlass Gottraux (Claude)
  • O. Chambaz, «Les seigneurs de S.», in RHV, 1910, 232-238, 346 f.
  • M. Perret, Le retour des morts, 1951, 118-154
  • O. Dessemontet, «La légende Géroldine des Correvon», in RHV, 1965, 1-19
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