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LesOrmonts

Werbeplakat für die Eisenbahn in Les Ormonts, um 1925 (Schweizerische Nationalbibliothek).
Werbeplakat für die Eisenbahn in Les Ormonts, um 1925 (Schweizerische Nationalbibliothek). […]

Tal in den Waadtländer Alpen, auf dem Gebiet der Gem. Ormont-Dessous und Ormont-Dessus. 1200 Ormont, dt. früher Ormund, Ulmenthal. Les O. umfasst eine Fläche von ca. 125 km2, bedeckt den Talboden der Grande-Eau und öffnet sich bei Aigle zur Rhoneebene hin. Von Les O. führt der Col du Pillon ins Berner Oberland und der Col des Mosses ins Pays-d'Enhaut. Seit 1971 verbindet der Col de la Croix die Skiorte Les Diablerets und Villars-sur-Ollon (Gem. Ollon). Im MA gehörte das Tal, das der Abtei Saint-Maurice unterstand, versch. Vasallen des Hauses Savoyen (de Pontverre, de Saillon, Thomé). Während der Burgunderkriege stiessen die Berner bis nach Aigle vor, um Karl dem Kühnen den Nachschubsweg abzuschneiden. Sie nahmen die Region in Besitz und machten Les O. 1475 zu einem der vier Mandements der bern. Vogtei Aigle (bis 1798). 1798 bekämpften die Einwohner von Les O. die revolutionären Truppen. Ab 1798 war Les O. ein Kreis im Bez. Aigle und 1832-86 Sitz einer Präfektur. Das Tal bildete vor 1287 eine Pfarrei, die von der Kirche Saint-Maurice in Cergnat (Gem. Ormont-Dessous) aus betreut wurde. 1480 spaltete sich das Tal in die Pfarreien Ormont-Dessus und Ormont-Dessous. Endgültigen Charakter erhielt diese Trennung während der Reformation, die 1529 gegen den starken Widerstand der Bevölkerung durchgesetzt wurde. Die Einwohner von Les O., die auf verstreuten Einzelhöfen lebten und deren Besitz stark zerstückelt war, praktizierten ein komplexes System der saisonalen Wanderweidewirtschaft (remuages). Die Viehzucht ersetzte am Ende des 19. Jh. den früher bis auf eine Höhe von 1'400 m betriebenen Anbau von Getreide und Kartoffeln. Die Fertigstellung der Strasse Aigle-Le Sépey 1839 und deren Weiterführung bis Les Diablerets 1871 öffneten das Tal für den Verkehr. Ab 1914 trug die Eisenbahnlinie Aigle-Le Sépey-Les Diablerets zur Entwicklung des Wintersports und zum Bau von Hotels und Zweitwohnungen bei. Der Tourismus wurde zu einem der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Region.

Quellen und Literatur

  • P. Anex et al., La vallée des O., 1994
  • L. Desponds et al., Union et concorde, 1998
  • D. Raymond, Les maisons rurales du canton de Vaud 2, 2002, 45-51
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