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Cointrin

Weiler der Gemeinde Meyrin, Kanton Genf, heute Quartier des Flughafens von Genf, das sich über Teile der Gemeinden Vernier, Le Grand-Saconnex und Bellevue erstreckt. 1215 Cuintrins, 1225 Quintrino, 1299 Quintrinsex, 1392 Cuytrins.

Der Flughafen im Mai 1982. Der grosse Umbau fand von 1987 bis 1995 statt. Fotografie von Roland Schlaefli (Schweizerisches Nationalmuseum, Actualités suisses Lausanne).
Der Flughafen im Mai 1982. Der grosse Umbau fand von 1987 bis 1995 statt. Fotografie von Roland Schlaefli (Schweizerisches Nationalmuseum, Actualités suisses Lausanne).

Beim Planieren eines Hügels im Zug der Erweiterung des Flughafens 1943 wurde in Meyrin ein Gräberfeld aus dem 1.-6. Jahrhundert entdeckt. 1528 wurde der Genfer Jean Lect vom Grafen von Savoyen zum Lehnsherrn von Mategnin und Cointrin ernannt. Ab 1547 folgten ihm Gex'sche Adlige von Livron, die das Recht zur Ausübung der Hochgerichtsbarkeit innehatten. Die Ländereien von Cointrin gehörten zum Pays de Gex, bis sie 1815 im Pariser Frieden dem Kanton Genf zugeteilt wurden.

Nachdem 1920 ein Kredit in der Höhe von 675'000 Fr. verabschiedet worden war, um in Meyrin 57,5 ha Land zu kaufen, wurde der für den Völkerbund dringend benötigte Flughafen Cointrin gebaut (Luftfahrt); noch im Jahr der Fertigstellung erhielt er die Bewilligung des Bundesamts für Zivilluftfahrt. Rasch überflügelte er den älteren Flugplatz von Lausanne. Nach dem Bau der ersten Betonpiste 1937 wurde Cointrin während des Zweiten Weltkriegs vergrössert. 1945 war er der einzige Schweizer Flughafen, von dem aus die Swissair regelmässig kommerzielle Flüge durchführen konnte. 1949 wurde ein Abfertigungsgebäude in Betrieb genommen, das 1968 durch ein grösseres ersetzt werden musste. Für die Verlängerung der Piste wurden 1956 mit Frankreich 42 ha Land ausgetauscht. Ausserdem baute man ausserhalb des Schweizer Zollbereichs eine Zufahrtsstrasse von Ferney-Voltaire zum französischen Teil des Abfertigungsgebäudes. Seit 1987 besteht eine Zugverbindung zwischen dem Genfer Bahnhof und dem Flughafen, 1988 wurde eine neue Frachthalle eingeweiht. Seit 1994 ist der Flughafen eine autonome öffentlich-rechtliche Anstalt. Die zunehmende Bedeutung von Cointrin führte zum Ausbau aller Flughafendienste: Neben vier 1977-1990 erbauten Hotels mit insgesamt 1150 Zimmern entstanden drei internationale Geschäftszentren (1979 World Trade Center, 1985 International Business Center, 1990 International Center Cointrin), 1981 die Messehallen Palexpo, 1995 der riesige Mehrzwecksaal Arena sowie die europäischen Sitze von multinationalen Unternehmen und Organisationen wie 1968 der International Air Transport Association (Iata) und 1990 der Du Pont de Nemours. 1993 wurde die Umfahrungsautobahn eröffnet. Auf einer Fläche von ungefähr 30 ha bietet Cointrin etwa 13'000 Arbeitsplätze, was eine grosse Bevölkerungszunahme nach sich zog: Das 1980 gebaute Viertel Les Avanchets in der Gemeinde Vernier zählte 1999 etwa 10'000 Einwohner, die Einwohnerzahl der Gemeinde Meyrin stieg 1960-2000 von 3215 auf 19'548 an. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts sah sich Cointrin mit Schwierigkeiten konfrontiert, da die Swissair (seit 2002 Swiss) Kloten bevorzugte. Zudem kämpften die Anwohner gegen Lärmimmissionen. Cointrin muss seinen Platz im neuen Netz der interkontinentalen Hubs noch finden.

Quellen und Literatur

  • Hodler, René: L'aéroport et le problème du bruit. Son influence sur l'occupation du sol des communes de Genthod et Bellevue, mémoire de licence, Université de Genève, 1976.
  • Hug, René: L'avion à Genève. Histoire de l'aéroport de Genève-Cointrin par l'image, 1981.
  • Département de l'économie publique; Battelle Centre de recherche de Genève: Etude relative aux incidences de l'aéroport de Genève-Cointrin, selon Motion no 4056 du Grand Conseil votée le 19 septembre 1980. Rapport final pour le Département de l'économie publique de la République et canton de Genève, 1982.
  • Brulhart, Armand; Deuber-Pauli, Erica: Ville et canton de Genève, 1985, S. 358-360 (19932).
  • Roy, Philippe: Les ailes de Genève. Aéroport international de Genève, 1995 (20042).
Von der Redaktion ergänzt
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Kurzinformationen
Ersterwähnung(en)
1215: Cuintrins
1225: Quintrino
1299: Quintrinsex
1392: Cuytrins

Zitiervorschlag

Santschi, Catherine: "Cointrin", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 02.08.2005, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/007605/2005-08-02/, konsultiert am 16.10.2021.