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GorgierHerrschaft

Herrschaft im Westen des Kt. Neuenburg, die einen grossen Teil von La Béroche umfasst, d.h. Saint-Aubin, Sauges, Fresens, Montalchez und einen Teil des Dorfes G. (das Lehen Derrière-Moulin wurde Ende des 14. Jh. abgetrennt). Im MA gehörten zudem ein Drittel der Vogtei Bevaix und einige Rechte in Cortaillod dazu. Die Herrschaft G. verfügte zunächst über die Reichsunmittelbarkeit. Ab 1340 unterstand sie den Herren der Waadt und ab 1344 den Gf. von Neuenburg, ohne allerdings ihre besonderen Rechte zu verlieren. Bis in die Mitte des 18. Jh. folgte sie dem Gewohnheitsrecht von Estavayer. 1398 anerkannte sie, zur Bürgerschaft von Estavayer zu gehören, und liess sich die Rechtsbräuche der lokalen Gerichtsversammlung bestätigen. Die Geschichte G.s ist geprägt durch Konflikte mit der jeweiligen Herrschaft und durch die Bündnisse mit Estavayer (1463 und 1490) und mit Bern (1561). G. gehörte Mitte 13. Jh. bis 1359 den von Stäffis (franz. d'Estavayer genannt), 1359-78 den von Neuenburg, 1378-1433 erneut den von Stäffis, 1433-1678 den von Neuenburg (Bastardlinie), 1678-1718 den Achey, 1718-30 den Grammont, 1730-49 den Cheylas, 1749-1813 den Andrié und 1815-48 den Pourtalès. Die straf- und zivilgerichtsherrl. Rechte wurden 1831 aufgehoben, das Lehen 1848 abgeschafft.

Quellen und Literatur

  • Kdm NE 2, 1963, 419-429
  • C. Grossen, La châtellenie de Vaumarcus et G. au milieu du XIVe siècle d'après les comptes des receveurs Perroud et Jordan, Liz. Neuenburg, 1974