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ThielleKastlanei

Um die Mitte des 14. Jh. geschaffener Gerichtskreis mit militär. und administrativen Funktionen in der Grafschaft Neuenburg. Um 1350 ca. 600 Einw.; 1750 1'653; 1845 2'540. Die Kastlanei umfasste La Coudre, Hauterive (NE), Saint-Blaise, Voëns, Le Maley, Le Vilaret, Cornaux, Thielle, Marin und Epagnier sowie die im 15. Jh. verschwundenen Weiler Vigner, La Thiolère, Perruyl, Percheis, La Fontaine-au-Prévôt, Deraise und Le Trembley. Obwohl das Schloss T. Sitz der Zivil- und Kriminaljustiz war, wurden die Gerichtsverhandlungen in Saint-Blaise abgehalten. Neben seinem militär. Mandat präsidierte der Kastlan das zwölfköpfige Gericht. Bis 1491 nahm er den Zoll bei der Zihlbrücke ein. Ab dem 16. Jh. versah er auch das Amt des Einnehmers der Bodenzinse und Ehaften. 1807-14 wurde die Kastlanei T. jener von Le Landeron unterstellt. In der Restauration ging die Strafjustiz nicht mehr an T. zurück, sondern wurde der Mairie Neuenburg übertragen. Die Kastlanei wurde 1848 aufgelöst.

Quellen und Literatur

  • O. Clottu, «La châtellenie de T., ses familles et leurs origines», in MN, 1942, 75-84, 153-162
  • L. de Dardel, La châtellenie de T., 2 Bde., 1959-60
  • M. Bubloz, «Les fours banaux dans la châtellenie de T. du XVIe au XIXe siècle», in MN, 1979, 49-71