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Wangs

Orts- und Kirchgemeinde in der politischen Gemeinde Vilters-Wangs des Kantons St. Gallen. 841 Uuangas. 1880 920 Einwohner; 1950 1150; 2000 2155.

Älteste Funde in Wangs führen zurück in die Spätantike und Merowingerzeit. Kaiser Lothar I. schenkte 841 der von Bischof Verendarius von Chur errichteten Zelle St. Maria in Serras (heute Serris, ob Flums) Güter in Wangs. 980 übergab Kaiser Otto II. die Wangser Kapelle dem Kloster Einsiedeln. 1250 verlieh die Abtei Pfäfers die Wangser Alpen Gaffia und Vermii. 1273 tritt der Meier von Wangs (Wanges) als Zeuge auf. 1288 wird der Pfäferser Zehnt in Wangs erwähnt. Die Kapellgemeinde von Wangs erscheint erstmals 1442 als Vertragspartner. Pfarrgenössig waren die Wangser nach Mels. In der Reformationszeit verblieben die Wangser, im Gegensatz zu den meisten Nachbarn, stets beim alten Glauben. Von 1598 datiert eine Alpordnung für die Alp Vermii (oder Aeblisalp). Bereits 1610 unterschied man die Ortsteile Hinter- und Vorderberg. Seit 1798 teilt Wangs die politische Geschichte von Vilters. Nach 1818 bemühte man sich um eine Allmendteilung im Riet. Schwere Überschwemmungen des Kleinbachs verwüsteten das Dorf 1840 und 1841, ein grosser Dorfbrand suchte Wangs 1861 heim. 1842 wurden 20'000 Gulden zur Gründung einer eigenen Pfarrei Wangs reserviert. Diese wurde 1881 errichtet, die St.-Antonius-Eremita-Kirche 1880-1882 im Stil des Historismus erbaut. Die soziale Struktur blieb bis nach dem Zweiten Weltkrieg im landwirtschaftlich geprägten Dorf sehr stabil. Eine Anzahl kleinerer Industriebetriebe siedelte sich nach dem Zweiten Weltkrieg an. Seit 1954 erschliesst eine Luftseilbahn den Wangser Berg und das Pizolgebiet dem Sommer- und Wintertourismus.

Quellen und Literatur

  • W. Vogler, Wangs 841-1991, 1991
  • F. Rigendinger, Wangser Kirchengesch. 1881-2001, 2002

Zitiervorschlag

Werner Vogler: "Wangs", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 21.08.2013. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/007681/2013-08-21/, konsultiert am 20.05.2024.