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Attisholz

Südlicher Ortsteil der politischen Gemeinde Riedholz (SO). Die aus Attisholz-Bad und den Anlagen der ehemaligen Cellulose Attisholz AG bestehende Siedlung wird durch die Landstrasse und die Aare begrenzt. Sie besitzt ausgedehnte Waldungen (1337 erwähnt) und war bis ins 19. Jahrhundert ein eigener Zehntbezirk. Die Suche nach der Heilquelle (kohlensaurer Kalk, Gips) ist bereits 1395, ein Badebetrieb vom 15. Jahrhundert an belegt (Badeordnung 1590). Im 17. und 18. Jahrhundert verfügte das Bad auch über eine Kapelle. Um 1756 entstand der heutige Bau, der 1900 durch einen Gästetrakt erweitert wurde (Betrieb um 1945 eingestellt). Im 18. und 19. Jahrhundert war das Bad Attisholz ein beliebtes Gesellschaftsbad mit Kegelspiel und Freischiessen. Bis 1840 im Eigentum der Stadt Solothurn (Verpachtung an Badwirt), kam es nachher in Privatbesitz. Ab 1940 gehörte es der Cellulose Attisholz, die, nach ersten Versuchen 1881 von Benjamin Sieber, 1882 in der ehemaligen Wattefabrik Oechslin die Produktion aufgenommen hatte. Eine chemisch-pharmazeutische Abteilung existierte 1895-1927. Der Bahnanschluss über die Brücke erfolgte 1889. Ab 1915 stellte die Attisholz auch Sprit (Ethanol) her, ab 1943 zudem Hefe. Die einzige Zellulosefabrik der Schweiz wurde 1987 eine Tochtergesellschaft der Attisholz Holding AG. Ab 2000 stellte sie ihre Produktion auf Zellulose für die chemische Weiterverarbeitung um. 2001 übernahm zunächst die Ems-Gruppe das nun Axantis genannte Unternehmen, danach Christoph Blochers private Holding Emesta, die es an Borregaard weiterverkaufte. 2008 wurde das Unternehmen geschlossen.

Quellen und Literatur

  • F. Schubiger, «Geschichte der Heilbäder im Kanton Solothurn», in Jahrbuch für solothurnische Geschichte 6, 1933, 125-132
  • O. Sterchi, J. Boruvka et al., Riedholz von den Anfängen bis heute, 1991